
Ein ausgetrockneter Kontinent, vier große Flüsse auf Rekordtief und eine Feuersaison weit über dem Mittel: Die EU-Forschungsstelle JRC hat am 12. August ihre neue Dürre- und Waldbrandbilanz vorgelegt. Sie zeigt, dass die deutsche Trockenheit kein Einzelfall ist, sondern Teil einer europaweiten Lage. Deutschland steht dabei ausdrücklich unter den Schwerpunkten.
Halb Europa im Dürrestress
Die Zahlen der EU-Forschungsstelle JRC vom 12. August sind ungewöhnlich hoch: Rund 50 Prozent der Fläche der EU und Großbritanniens standen im Juli unter Dürrebedingungen unterschiedlicher Stärke, 9 Prozent sogar in der höchsten Stufe Alarm. Als Schwerpunkte nennt das Europäische Dürre-Observatorium neben Frankreich, Ungarn, Rumänien und Großbritannien auch Deutschland. Zum Vergleich: Im Extremjahr 2022 waren im Juli 60 Prozent der Fläche betroffen und 11 Prozent in Alarmstufe, im Dürrejahr 2018 waren es 54 beziehungsweise 3 Prozent.
Vier große Flüsse auf Rekordtief
Am deutlichsten sichtbar wird die Trockenheit an den Flüssen. Loire, Po, Rhein und Donau erreichten im August nach den Copernicus-Daten neue Rekordtiefstände, also vier der wichtigsten Wasserstraßen des Kontinents gleichzeitig. Am Mittelrhein rutschte der für die Binnenschifffahrt entscheidende Pegel Kaub in dieser Woche auf gut einen Dezimeter und damit unter die bisherige Tiefstmarke aus dem Herbst 2018. Für die Schifffahrt bedeutet das weniger Ladung pro Fahrt und höhere Frachtraten, ökologisch drohen wärmeres, sauerstoffärmeres Wasser und höhere Schadstoffkonzentrationen.
Feuersaison klar über dem Mittel
Die zweite Folge ist Feuer. Bis zum 5. August verbrannten in der EU nach dem Waldbrand-Informationssystem EFFIS 505.683 Hektar, ein Jahr zuvor waren es zum selben Datum 379.392 Hektar. Den Rekord von 2025 mit gut 1,03 Millionen Hektar im gesamten Jahr erreicht die Saison damit noch nicht, das langjährige Mittel überschreitet sie aber deutlich, und der Höhepunkt der Feuersaison liegt meist erst im Spätsommer. Schwerpunkt ist derzeit Spanien: Am 14. August waren dort rund 40 Vegetationsbrände aktiv, seit Jahresbeginn brannten etwa 275.000 Hektar.