
Über der Mitte Deutschlands entladen sich am Mittwoch kräftige Gewitter, bis Montag folgen weitere Runden mit Starkregen und Hagel. Für Allergiker ist das mehr als ein Wetterthema: Wenn Böen Pollen und Pilzsporen aufwirbeln und die Körner in feuchter Luft aufplatzen, wird die Atemluft zum Problem. Eine neue Studie zeigt, welche Rolle dabei die Blitze spielen.
Gewittrig bis in die neue Woche
Am Mittwoch ziehen über der Mitte teils starke Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen durch, örtlich sind unwetterartige Entwicklungen möglich. Am Donnerstag verlagert sich der Schwerpunkt in den Süden und Südosten, im Nordwesten mischen sich kurze Gewitter mit stürmischen Böen darunter. Am Freitag erwarten wir südlich der Donau 25 bis 50 Liter pro Quadratmeter binnen 6 bis 12 Stunden, lokal sind bis zu 80 Liter nicht ausgeschlossen. Auch am Wochenende und zum Wochenstart bleibt es unbeständig. Damit rollen tagelang Böenfronten und Abwinde über das Land.
Wenn Blitze Pollen zerreißen
Vor einem Gewitter tragen Aufwinde Pollen und Pilzsporen in große Höhe. In der feuchten Luft nehmen die Körner Wasser auf, platzen auf und setzen Bruchstücke von unter fünf Mikrometern frei, klein genug für die feinen Bronchien. Die Abwinde drücken diese Fracht binnen Minuten in Bodennähe. Ein australisches Team um S. Venkatesan zeigte 2026 in Scientific Reports, dass auch elektrische Felder und simulierte Blitzentladungen Weidelgraspollen zerlegen. Wie heftig das enden kann, zeigte Melbourne im November 2016: Nach Angaben des Allergieinformationsdienstes kamen Tausende in Behandlung, acht Menschen starben.
Beifuß, Ambrosia und Sporen in der Luft
Die Zutaten liegen bereit. Nach der Wochenprognose der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst hat der Beifuß seinen Zenit Mitte August überschritten, im Norden und Osten fliegen die Pollen aber weiter kräftig. Das Traubenkraut Ambrosia setzt zur Blüte an, in der Niederlausitz um Cottbus mäßig bis hoch. Dazu kommen hohe Werte der Schimmelpilzsporen Alternaria und Cladosporium. Das Robert Koch-Institut zählt 12,3 Millionen Menschen mit allergischem Schnupfen. Wer dazugehört, geht besser ins Haus, sobald die Gewitterfront aufzieht, schließt die Fenster und hält das Notfallspray bereit.