
Seit Donnerstagnachmittag brennt der Hürtgenwald im Kreis Düren. Rund 300 Hektar sind betroffen, 1.800 Menschen aus dem Ortsteil Gey mussten ihre Häuser verlassen. Ausgerechnet das Wetter droht die Lage nun zu verschärfen: Der Wind dreht auf Nordwest, Regen ist kaum in Sicht – und am Nachmittag können Gewitterböen die Glutnester neu anfachen.
Größter Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens
Am Donnerstagnachmittag brach das Feuer im Hürtgenwald aus, in der Nacht zum Freitag geriet es außer Kontrolle und rückte bis auf 150 bis 200 Meter an den Ortsteil Gey heran. Rund 300 Hektar sind betroffen, mehr als 400 Fußballfelder – nach bisheriger Einschätzung der wohl größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Bis zu 1.400 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, DRK, Maltesern und Bundeswehr arbeiten in Zwölf-Stunden-Schichten, zehn Hubschrauber werfen Wasser ab, Bergepanzer schlagen Schneisen. Fünf Menschen wurden verletzt. Erschwerend liegt im Boden noch Munition aus der Schlacht im Hürtgenwald 1944, in der Nacht zum Freitag explodierte Munition auf der Brandfläche.
Der Wind dreht, Regen hilft kaum
Flächendeckenden Regen erwartete der Deutsche Wetterdienst für Nordrhein-Westfalen am Samstag nicht. Stattdessen 29 bis 34 Grad, eine Luftfeuchte um 30 Prozent und eine amtliche Hitzewarnung, die bis zum Abend galt. Kritisch ist vor allem der Wind: Er dreht auf Nordwest und frischt auf etwa 12 bis 28 Kilometer pro Stunde auf, was die Flammen in Richtung Großhau, Kleinhau und Schafberg treiben kann. Am Nachmittag sind über dem Bergland einzelne Gewitter möglich, in deren Umfeld der DWD Sturmböen um 75 Kilometer pro Stunde nennt. Ein kurzer Guss würde den Brand nicht ersticken, die Böen aber könnten ihn neu entfachen.
Ein Sommer, der die Wälder ausgedörrt hat
Der Untergrund ist nach Wochen ohne nennenswerten Regen extrem trocken. Der DWD wies zuletzt für mehrere Kreise die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5 aus, bei der Behörden sogar Betretungsverbote für Wälder verhängen können. Nach EFFIS-Daten verbrannten allein zwischen dem 4. Juli und dem 3. August bundesweit mindestens 587 Hektar Wald- und Vegetationsfläche, mit Schwerpunkten in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. 2025 zählte die Statistik 1.175 Waldbrände mit rund 2.626 Hektar, weit über dem langjährigen Mittel von 844 Hektar. Kreisbrandmeister Karlheinz Eisnar rechnet mit Löscharbeiten mindestens bis Montag.