
Der Sommer 2026 hat in Deutschland mehr Menschenleben gekostet als jeder andere der vergangenen drei Jahrzehnte. Das Robert Koch-Institut schätzt in seinem jüngsten Wochenbericht rund 14.000 hitzebedingte Sterbefälle bis zum 9. August – weit mehr als in den Extremjahren 2003 und 1994. Und in der neuen Woche wird es noch einmal deutlich wärmer.
14.000 Fälle – drei Viertel davon im Juni
Im Wochenbericht zur Hitzemortalität vom 20. August nennt das Robert Koch-Institut für den Zeitraum 6. April bis 9. August rund 14.000 geschätzte hitzebedingte Sterbefälle, mit einem Prädiktionsintervall von 12.500 bis 15.300 Fällen. Das entspricht knapp 17 Todesfällen pro 100.000 Einwohner. Allein auf die Kalenderwoche vom 22. bis 28. Juni gehen etwa 9.600 Fälle zurück. Die bisherigen Höchstwerte der Auswertung, 1994 und 2003, lagen bei jeweils rund 10.200. Regional traf es den Südwesten am härtesten: im Saarland etwa 46 Fälle pro 100.000 Einwohner, in Rheinland-Pfalz rund 42.
Warum die Juni-Welle so tödlich war
Entscheidend war nicht nur die Höhe der Temperatur, sondern der Zeitpunkt. Die Hitzewelle traf Ende Juni auf einen Organismus, der sich an die Belastung noch nicht gewöhnt hatte – bundesweit wurden Werte um 40 Grad erreicht, mehrfach über 41 Grad, und die Nacht zum 28. Juni gilt als wärmste der deutschen Messgeschichte. Das RKI sieht bereits ab einer mittleren Wochentemperatur von etwa 20 Grad einen deutlichen Anstieg der Sterblichkeit. Rund 90 Prozent der Betroffenen waren älter als 65 Jahre, etwa die Hälfte über 85. Meist wirkten Hitze und Vorerkrankungen zusammen. Das Institut nennt seine Schätzung ausdrücklich konservativ.
Diese Woche Wärme, dann kräftige Gewitter
Zum Wochenstart bleibt es mit 20 bis 27 Grad angenehm, ab Mittwoch fließt von Südwesten wieder wärmere Luft heran: 22 bis 30 Grad, am Donnerstag im Süden und Westen 30 bis 32 Grad. Am Donnerstagnachmittag greifen von Westen kräftige Gewitter über, örtlich unwetterartig mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Am Freitag folgt schauerartiger Regen bei 23 bis 28 Grad, am Samstag geht es auf 20 bis 25 Grad zurück. Wichtig für Risikogruppen: Die Nächte kühlen diesmal auf 12 bis 17 Grad ab, belastende Tropennächte wie im Juni bleiben aus. Trotzdem gilt am Mittwoch und Donnerstag: morgens lüften, tagsüber Wohnung dunkel halten, viel trinken und die Mittagsstunden meiden.