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Blaualgen an der Ostsee: Badeverbote reichen bis nach Bayern

13. August 2026·13:14 Uhr
Zuletzt aktualisiert:
2 Min. Lesezeit
BadewetterGesundheit
Blaualgen an der Ostsee: Badeverbote reichen bis nach Bayern

Der Hochsommer hat die Badegewässer aufgeheizt – und Cyanobakterien lieben genau das. Vor Warnemünde treibt ein Algenteppich an den Strand, in Hamburg, Hessen und im Landkreis München sind Badestellen komplett gesperrt. Was hinter der Blüte steckt, wie gefährlich sie wirklich ist und woran Badegäste sie schon vom Ufer aus erkennen.

Von Warnemünde bis ins Münchner Umland

An der Ostsee warnt das Rostocker Gesundheitsamt seit dem 9. August vor einem Algenteppich zwischen den Strandabschnitten 30 und 36 westlich von Warnemünde und rät von Baden und Hautkontakt ab, ohne ein förmliches Verbot auszusprechen. Auf der polnischen Seite gelten an vier Stränden auf der Halbinsel Hel und in der Danziger Bucht bereits Badeverbote. Im Binnenland ist die Liste lang: Hamburg-Mitte sperrte nach einer Probe vom 4. August die Nord- und Südseite des Öjendorfer Sees, in Mölln gilt am Schulsee ein Verbot bis zum 14. August. In Hessen sind unter anderem der Buga-See in Kassel, der Aartalsee und der Schultheis-Weiher in Offenbach betroffen.

Warum Hitze und Niedrigwasser die Blüte füttern

Blaualgen sind streng genommen keine Algen, sondern Cyanobakterien – in normaler Konzentration völlig unauffällig. Zur Massenvermehrung kommt es, wenn drei Dinge zusammentreffen: lang anhaltende Wärme, viel Sonne und kaum Wind, dazu ein Überschuss an Nährstoffen aus Landwirtschaft und Abwasser. Genau diese Kombination liefert der Sommer 2026. Das Gesundheitsamt im Landkreis München nennt für das Badeverbot am Deininger Weiher ausdrücklich hohe Temperaturen, niedrige Wasserstände und eine verlangsamte Fließgeschwindigkeit. Weniger Wasser heißt zugleich höhere Nährstoffkonzentration – der See kippt schneller.

Der Fußtest am Ufer und der Blick aufs Wochenende

Eine einfache Faustregel hilft weiter: Wer knietief im Wasser steht und die eigenen Füße nicht mehr sieht, sollte nicht baden. Verdächtig sind blaugrüne Schlieren, Schaumränder und trübes Wasser. Die Toxine können Hautreizungen, Bindehautentzündungen, Übelkeit und Durchfall auslösen, in schweren Fällen Atemnot; besonders gefährdet sind kleine Kinder und Hunde, bei denen akute Leberschäden beschrieben sind. Entspannung könnte das Wetter bringen: Nach dem Hitzegipfel am Freitag mit bis zu 38 Grad im Westen ziehen ab Samstag Gewitter auf. Wind und Regen durchmischen das Wasser und zerreißen die Teppiche – die Nährstoffe im See bleiben allerdings.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei wetter.net.

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