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Drei Liter Regen im Saarland: Norden bekommt 30-mal mehr

29. September 2026·15:05 Uhr
2 Min. Lesezeit
MonatWettertrend
Drei Liter Regen im Saarland: Norden bekommt 30-mal mehr

Ein Monat, zwei Welten: Während im Saarland im gesamten September nur rund drei Liter Regen pro Quadratmeter zusammenkamen, meldet Schleswig-Holstein 99 Liter. Die an diesem Dienstag veröffentlichte Bilanz des Deutschen Wetterdienstes zeigt einen Monat der Extreme – mit Sommerhitze, Frostnacht und einem Wärmefinale kurz vor Oktober.

Drei Liter gegen 99 Liter

Deutschlandweit fielen im September knapp 40 Liter pro Quadratmeter und damit rund 34 Prozent weniger als im Mittel 1961 bis 1990. Verteilt war der Regen aber alles andere als gleichmäßig: Das Saarland kam nach DWD-Angaben auf etwa drei Liter, rund vier Prozent des Klimamittels und einer der trockensten September seit Messbeginn 1881. Rheinland-Pfalz meldet 19 Liter und zählt damit zu den fünf trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen, Baden-Württemberg ebenfalls 19, Sachsen-Anhalt 27. Im Norden lief es umgekehrt: Schleswig-Holstein sammelte 99 Liter und lag 32 Prozent über dem Soll, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg je 66 Liter. Zwischen Nordsee und Saar liegt damit mehr als der Faktor 30.

Warm, aber kein Monatsrekord

Mit 15,9 Grad im Flächenmittel lag der September rund 2,6 Grad über dem Klimamittel 1961 bis 1990 und gehört zu den zehn wärmsten seit 1881 – der Rekordwert von 17,2 Grad aus dem September 2023 blieb außer Reichweite. Die Spannweite war enorm: 34,5 Grad in Ohlsbach am Oberrhein am 8. September, minus 1,4 Grad in Meßstetten-Appental auf der Schwäbischen Alb am 24. September. Zum Finale am letzten Septembersonntag fielen nach DWD-Stationsdaten rund 215 Temperaturrekorde, darunter 65 Dekadenrekorde; Müllheim in Baden meldete 31,6 Grad. Dazu 192 Sonnenstunden bundesweit, 28 Prozent über dem Soll – in Baden-Württemberg der drittsonnigste September seit 1951.

Regen zum Monatswechsel, aber nicht überall

Am Mittwoch wird es im Süden und Westen noch einmal 25 bis 29 Grad warm, ehe am Donnerstag eine Kaltfront von Westen übergreift. In der Westhälfte fällt dann schauerartiger, teils gewittriger Regen, örtlich sind unwetterartige Mengen möglich, die Höchstwerte gehen auf 20 bis 25 Grad zurück. Der Freitag verläuft ruhiger mit 18 bis 24 Grad, am Samstag sind im süddeutschen Bergland und an den Alpen einzelne Gewitter mit Starkregen dabei. Danach pendeln sich die Werte bei 16 bis 23 Grad ein, die Nächte werden mit 6 bis 12 Grad neblig. Für die ausgetrockneten Böden im Südwesten ist das ein Tropfen auf den heißen Stein.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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