Dürre trifft junge Christbäume im Süden: Lücken erst in Jahren

04. November 2026·12:04 Uhr
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AgrarwetterRatgeber
Dürre trifft junge Christbäume im Süden: Lücken erst in Jahren

Noch liegt Nebel über den Feldern, doch Mitte November beginnt auf den Plantagen die Ernte der Weihnachtsbäume. Die Dürre dieses Sommers hat dort Spuren hinterlassen, vor allem im Süden. Für das Fest 2026 reicht das Angebot zwar, teurer wird es trotzdem. Den eigentlichen Schaden spüren die Käufer erst in einigen Jahren.

Totalausfälle bei den Neupflanzungen

Nach Angaben des Verbands natürlicher Weihnachtsbaum (dpa, 23.10.2026) hat der lange trockene Sommer die Anbaugebiete sehr unterschiedlich getroffen: Im Süden war es deutlich härter als im Norden. Am schlimmsten erwischte es die jungen Pflanzen. Sebastian Fertig vom Christbaumverband Baden-Württemberg spricht von „viel Schaden“ und teils einem „Totalausfall vom Frühjahr“. Die Bäume, die jetzt geschlagen werden, waren nur vereinzelt betroffen. Weil eine Nordmanntanne 8 bis 12 Jahre bis zur Verkaufsgröße braucht, zeigt sich die Lücke laut Fertig erst „in acht, neun Jahren“.

Nordmanntanne kostet bis 33 Euro pro Meter

Die Verbände erwarten für die Nordmanntanne 25 bis 33 Euro pro laufendem Meter, im Vorjahr waren es 23 bis 30 Euro. Blaufichten sollen 17 bis 22 Euro kosten, Rotfichten 14 bis 19 Euro. Den Anstieg erklärt Geschäftsführerin Saskia Blümel vor allem mit höheren Produktions-, Personal- und Logistikkosten. Hinzu kommt ein schrumpfendes Angebot, denn viele Betriebe verkleinern ihre Flächen. Als Gründe nennt sie auch „zunehmende Wetterextreme“. Jährlich werden in Deutschland rund 16 Millionen echte Bäume verkauft, etwa 80 Prozent davon stammen aus heimischem Anbau.

Erntestart erst frostig, dann mild und nass

Bis zum Wochenende bestimmt Hoch Klaus das Wetter mit Nebel, Hochnebel und Nachtfrost bis etwa -4 Grad in den Mittelgebirgen. Ab Montag, 9. November, wird es nach unserer Vorhersage unbeständiger. Von Südwesten kommt Regen, an den Alpen weht Föhn und es wird milder, am Dienstag bis 14 Grad. Für die ausgetrockneten Böden ist das ein Anfang, aber noch keine Wende. Wer seinen Baum früh kauft, sollte ihn bei der milden Witterung bis zum Fest kühl und schattig im Freien lagern, am besten frisch angeschnitten in einem Eimer Wasser.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei Q.met.

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