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Erster Bodenfrost im Süden: Kübelpflanzen müssen bald ins Haus

08. Oktober 2026·12:02 Uhr
2 Min. Lesezeit
RatgeberWettertrend
Erster Bodenfrost im Süden: Kübelpflanzen müssen bald ins Haus

Der Wettersturz hat den langen Spätsommer beendet, mit der Kaltfront strömt kühle Polarluft nach Deutschland. Noch sorgen Wind und Wolken dafür, dass die Nächte nicht allzu frostig werden. Doch ab Montag klart es auf, und im Süden ist örtlich der erste leichte Bodenfrost möglich. Für Oleander, Zitrus und Dahlien wird es jetzt Zeit, über das Winterquartier nachzudenken.

Erst Sturm, dann klare Nächte

Bis zum Wochenende bleibt es unbeständig und windig. An der Nordsee gibt es am Freitag stürmische Böen, auf dem Brocken sind nach der Wochenvorhersage des DWD sogar orkanartige Böen möglich, an der Küste ziehen Schauer und Gewitter durch. Die Höchstwerte liegen am Wochenende nur noch bei 12 bis 19 Grad, nachts kühlt es auf 10 bis 3 Grad ab. Am Montag beruhigt sich das Wetter, der Wind lässt nach und im Süden scheint viel Sonne. In der klaren Nacht zum Dienstag sinken die Tiefstwerte auf 9 bis 2 Grad, in Mulden und Tälern im Süden kann es am Boden leicht frieren.

Warum es am Boden zuerst friert

Von Bodenfrost spricht man, wenn die Temperatur fünf Zentimeter über dem Erdboden unter null Grad fällt, während es in zwei Metern Höhe, wo das Thermometer in der Wetterhütte hängt, noch knapp darüber liegt. In windstillen, klaren Nächten strahlt der Boden viel Wärme ab, die kalte Luft sammelt sich unten und fließt in Senken zusammen. Deshalb kann sich bei einer gemessenen Tiefsttemperatur von zwei oder drei Grad schon Reif auf Rasen, Beeten und Autodächern bilden. Pflanzen in Bodennähe und flache Kübel trifft das zuerst.

Welche Pflanzen jetzt reinmüssen

Nicht jede Kübelpflanze muss sofort ins Haus. Die Sächsische Gartenakademie teilt sie in Gruppen ein: Bougainvillee oder Zierbanane überwintern bei 10 bis 15 Grad und sollten bei den jetzigen Nachtwerten schon geschützt stehen. Zitruspflanzen, Brautmyrte und Oleander mögen 5 bis 10 Grad. Der Oleander darf nach Angaben der Gartenfachleute möglichst spät hinein, weil er kurzzeitig leichte Minusgrade verträgt. Lorbeer, Kamelie und Zwergpalmen halten nach Abhärtung leichten Frost aus. Wichtig ist ein heller, kühler Platz: Dunkel und warm ist die ungünstigste Kombination. Vor dem Einräumen lohnt der Blick auf Schädlinge. Dahlien, Begonien und Gladiolen gräbt man vor dem ersten richtigen Frost aus und lagert die Knollen kühl, dunkel und frostfrei.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei wetter.net.

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