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Erster Schnee in den Alpen: Zugspitze meldet 10 Zentimeter

14. September 2026·12:13 Uhr
2 Min. Lesezeit
WandernWetterlage
Erster Schnee in den Alpen: Zugspitze meldet 10 Zentimeter

Nach Wochen mit Gletscherschmelze und Spätsommerhitze hat es in den Alpen zum ersten Mal in dieser Saison geschneit. Eine Kaltfront brachte auf der Zugspitze rund 10 Zentimeter Neuschnee, auch auf österreichischen Gletschern liegt wieder eine dünne weiße Schicht. Für Wanderer und Bergsteiger bedeutet das: umplanen, denn der Wintereinbruch in der Höhe kommt abrupt.

Kaltfront drückt die Schneefallgrenze auf 1500 Meter

Eine Kaltfront zog von Nordwesten über die Alpen und ließ die Schneefallgrenze zeitweise bis auf etwa 1500, in den Ostalpen auf knapp unter 2500 Meter sinken. Auf der Zugspitze kamen dabei rund 10 Zentimeter Neuschnee zusammen, nachdem tags zuvor im Alpenvorland noch spätsommerliche Werte um 30 Grad herrschten. Auch auf den österreichischen Gletschern am Kitzsteinhorn, am Dachstein, im Kaunertal und im Mölltal fiel der erste Schnee der Saison - dort sprachen Liftbetreiber von einer "zarten Neuschneeschicht", die zumindest kurzzeitig ans Skifahren erinnert.

Kontrast zu einem Sommer mit dramatischer Gletscherschmelze

Der Schneefall trifft auf Gletscher, die durch den extrem heißen und trockenen Sommer 2026 teils fast komplett blank lagen - der Kaunertaler Gletscher etwa war Ende August kaum noch von Eis bedeckt. Skigebiete mussten deshalb schon vor dem ersten Naturschnee mit Planierarbeiten und technischer Beschneiung nachhelfen. Für die Gletscher selbst ändert eine dünne Neuschneedecke wenig an der Jahresbilanz, doch sie unterbricht zumindest kurz die Serie an Hitzerekorden, die den Sommer prägte.

Bergtouren jetzt mit Vorsicht planen

Für Wanderer und Bergsteiger ist der plötzliche Wechsel keine Randnotiz: Nasser Neuschnee auf noch warmem Fels macht Steige und Klettersteige in Gipfelnähe rutschig, an Nordhängen kann der Schnee mehrere Tage liegen bleiben. Wir empfehlen oberhalb von etwa 2000 Metern festes Schuhwerk, zusätzliche warme Kleidung und einen Blick auf aktuelle Bergwetterberichte, bevor es losgeht. Im Alpenvorland selbst bleibt es dagegen deutlich milder, dort pendeln die Werte in den kommenden Tagen wieder zwischen 17 und 24 Grad.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei wetter.net.

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