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Meere im September so warm wie nie: Erde bleibt über 1,5 Grad

12. Oktober 2026·15:02 Uhr
2 Min. Lesezeit
KlimawandelKlimatrend
Meere im September so warm wie nie: Erde bleibt über 1,5 Grad

Die Ozeane der Erde waren noch nie in einem September so warm wie in diesem Jahr. Das zeigt das neue Klimabulletin des europäischen Copernicus-Dienstes. Zum zweiten Mal in Folge lag die Welttemperatur damit mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau, und ein ungewöhnlich starker El Niño legt nach. Auch in Westeuropa und bei den Flüssen von Rhein bis Donau hat dieser Herbst seine Spuren hinterlassen.

Weltmeere mit neuem Septemberrekord

Nach Daten des Copernicus Climate Change Service (C3S) lag die mittlere Meeresoberflächentemperatur zwischen 60 Grad Süd und 60 Grad Nord im September bei 21,05 Grad. Der bisherige Septemberrekord aus dem Jahr 2023 lag bei 20,92 Grad. In der Niño-3.4-Region im tropischen Pazifik maß Copernicus 29,70 Grad, das ist ein Allzeithoch. Damit übertrifft der Wert sogar die Spitzen der großen El-Niño-Ereignisse von 1982/83, 1997/98 und 2015/16. Copernicus hält es für wahrscheinlich, dass sich der aktuelle El Niño zu einem der stärksten jemals beobachteten entwickelt.

Zweiter Monat über der Pariser Marke

Die bodennahe Lufttemperatur lag weltweit im Mittel bei 16,27 Grad. Das sind 0,82 Grad mehr als im Mittel von 1991 bis 2020 und 1,63 Grad mehr als im vorindustriellen Zeitraum von 1850 bis 1900. Wärmer war nur der September 2023, und zwar um 0,11 Grad. Nach dem August ist das bereits der zweite Monat in Folge über 1,5 Grad, und laut Copernicus dürfte diese Serie bis ins Jahr 2027 reichen. C3S-Direktor Carlo Buontempo sagt, die Welt befinde sich in einer neuen Reihe von Monaten über 1,5 Grad. Das Überschreiten der langfristigen Pariser Grenze sei nur noch eine Frage der Zeit.

Europa trocken, Deutschland vorerst sehr mild

Über Europas Landflächen war es der drittwärmste September mit 1,54 Grad über dem Mittel. Westeuropa erlebte nach Copernicus-Angaben gemeinsam mit 2023 den wärmsten September, mit einem Plus von 2,51 Grad. Weil es zugleich verbreitet zu trocken war, führten Teile von Rhein, Donau, Weichsel und Garonne so wenig Wasser wie noch nie in einem September. In Deutschland bleibt es zunächst sehr mild: Am Donnerstag erwarten wir 16 bis 22 Grad, am Freitag am Oberrhein noch einmal bis 22 Grad. Am Samstag bringt eine Front von Westen und Norden Regen, die Höchstwerte gehen dann auf 9 bis 15 Grad zurück. Danach folgen ruhigere, oft neblige Tage.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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