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Nebel auf Deutschlands Landstraßen: Wildunfälle nehmen zu

22. September 2026·18:06 Uhr
2 Min. Lesezeit
RatgeberWetterlage
Nebel auf Deutschlands Landstraßen: Wildunfälle nehmen zu

Mit dem kalendarischen Herbstanfang in der Nacht zum Mittwoch kippt das Wetter in den Nächten: klare Luft, kaum Wind, dazu Nebel in den Tälern und örtlich leichter Frost. Für Autofahrer beginnt damit die gefährlichste Zeit des Jahres, denn der Berufsverkehr fällt am Morgen wieder in die Dämmerung - genau dann, wenn Rehe und Wildschweine unterwegs sind.

Nebel, Frost und dunkle Morgenstunden

In der Nacht zum Mittwoch, wenn um 02:05 Uhr der astronomische Herbst beginnt, kühlt die Luft unter dem Hochdruckeinfluss rasch aus. In Flusstälern und Senken bilden sich dichte Nebelfelder, in bayerischen Mulden ist leichter Luftfrost um minus 1 Grad möglich. Entscheidend ist der Sonnenstand: Mittags steht die Sonne nur noch rund 39 Grad über dem Horizont, im Juni waren es etwa 63 Grad. Die Kraft der Strahlung reicht damit oft nicht mehr, um den Nebel schnell aufzulösen. Und weil die Sonne erst nach 7 Uhr aufgeht, fährt halb Deutschland wieder im Zwielicht zur Arbeit.

Was die Unfallzahlen zeigen

Die Größenordnung ist beachtlich: Nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft registrierten die Kfz-Versicherer 2024 rund 276.000 Wildunfälle mit kaskoversicherten Autos - mehr als 750 pro Tag und über 1,1 Milliarden Euro Schaden. Je Fall waren es im Schnitt rund 4.100 Euro nach 3.850 Euro im Jahr zuvor; steigende Ersatzteilpreise und Werkstattkosten treiben die Summen, wie GDV-Vize-Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach betont. Besonders hoch ist das Risiko im April und Mai sowie von Oktober bis Dezember. Beteiligt sind nach Angaben des Deutschen Jagdverbands überwiegend Rehe, sie machen über 80 Prozent der erfassten Schalenwildunfälle aus.

Ruhige Nächte bleiben uns erhalten

Kurz unterbrochen wird die ruhige Phase am Mittwochabend von lokalen Gewittern mit Starkregen im Nordwesten, am Donnerstag frischt der Wind kräftig auf: An der Nordsee, in Gipfellagen und teils an der Ostsee sind Sturmböen der Stärke 8, exponiert 9 zu erwarten. Danach übernimmt wieder Hochdruck. Das Wochenende wird freundlich und mit 18 bis 25 Grad wärmer, zum Monatswechsel sind im Westen und Südwesten örtlich Werte nahe 30 Grad möglich. Jede klare, windschwache Nacht bringt dann neuen Nebel - also Tempo raus an Waldrändern und Feldstücken, abblenden, hupen und auf keinen Fall ausweichen.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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