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Orkantief bei Island: Deutschland bleibt warm und trocken

28. September 2026·15:07 Uhr
2 Min. Lesezeit
WetterlageSturm Europa
Orkantief bei Island: Deutschland bleibt warm und trocken

Auf dem Nordatlantik vertieft sich in dieser Woche ein Sturmtief, wie man es sonst aus dem Hochwinter kennt: Bis Mittwoch sinkt der Kerndruck südwestlich von Island in die Nähe von 950 Hektopascal. In Deutschland kommt davon nichts an – im Gegenteil. Hier hält ein mächtiges Hoch die Wärme fest, während die Böden weiter austrocknen.

Ein Wintersturm mitten im Frühherbst

Am Montagmorgen lag der Kern noch rund 1100 Kilometer südsüdwestlich von Island bei 985 Hektopascal und zog nordwärts (Isländischer Wetterdienst). Bis Dienstagabend vertieft sich das Tief auf etwa 960 Hektopascal, am Mittwoch erreicht es mit rund 950 Hektopascal seinen Höhepunkt und nimmt Kurs auf Island; einzelne Modellläufe rechnen sogar mit Werten um 945. Solche Kerndrücke sind normalerweise Dezember- und Januarware. Auf Island stellt man sich für Mittwoch und Donnerstag auf Südostwind um 15 bis 23 Meter pro Sekunde und kräftigen Regen im Süden und Osten ein.

Hoch ARNO blockiert die Fronten

Trotz dieser Wucht bleibt Mitteleuropa außen vor. Hoch ARNO spannt sich von Nordosteuropa bis ins zentrale Mittelmeer, dazu schiebt sich eine zweite Hochzelle über die Britischen Inseln und die Nordsee. Das Orkantief schaufelt auf seiner Vorderseite warme Luft weit nach Norden und stützt die Blockade damit sogar noch, die Fronten bleiben auf dem Atlantik hängen. Bei uns werden es am Montag verbreitet 24 bis 30 Grad, im Südwesten punktuell mehr, am Dienstag 23 bis 30 und am Mittwoch 23 bis 28 Grad. Am Sonntag meldete Müllheim am Oberrhein 31,6 Grad – ein Dekadenrekord für diese Station (DWD).

Donnerstag bringt Regen im Westen

Erst am Donnerstag greift die Kaltfront des Islandtiefs von Westen über. Sie wird von der Blockade ausgebremst und bleibt über Mitteleuropa liegen: In der Westhälfte fällt schauerartiger Regen, einzelne Gewitter sind dabei, gebietsweise können Mengen zusammenkommen, die an die Warnschwellen für Stark- oder Dauerregen heranreichen. Der Osten bleibt trocken und mit 25 Grad und mehr sommerlich warm. Am Freitag und Samstag 18 bis 24 Grad, am Sonntag im Norden kaum über 20 Grad, danach trocknet es von Westen erneut ab. Für die ausgedörrten Böden ist das bestenfalls ein Anfang.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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