Ostwind im Südwesten: Auf Gipfeln gefühlt bis minus 15 Grad

04. November 2026·08:03 Uhr
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Ostwind im Südwesten: Auf Gipfeln gefühlt bis minus 15 Grad

Das Thermometer zeigt am Mittwoch vielerorts noch einen Wert über null, trotzdem fühlt es sich draußen frostig an. Schuld ist ein kalter Ostwind, der unter Hoch Klaus über Deutschland weht. Auf der Schwäbischen Alb wirken 4 Grad wie minus 2, auf den Schwarzwaldgipfeln ist es noch deutlich ungemütlicher. Wir erklären, was hinter dem Effekt steckt und wie lange die Kälte bleibt.

Sturmböen im Schwarzwald, Nebel im Süden

Hoch Klaus liegt bei den Britischen Inseln und lenkt gealterte Polarluft zu uns. Der Wind weht mäßig bis frisch aus Ost bis Nordost. Der Deutsche Wetterdienst warnt am Mittwoch vor Sturmböen im Nordschwarzwald oberhalb von 1000 Metern, vor Windböen in der Rhön und im Thüringer Wald sowie vor leichtem Frost im Sauerland und Siegerland. Eine Unwetterwarnung gibt es nicht. Im Norden scheint oft die Sonne, vom Alpenvorland bis zum Oberrhein hält sich dagegen zäher Nebel. Darunter kommen die Temperaturen kaum über 3 bis 6 Grad hinaus, sonst werden 7 bis 11 Grad erreicht. Am Feldberg liegen die Werte um minus 4 Grad, dazu gefriert der Nebel an Bäumen und Masten.

Warum Wind die Kälte verstärkt

Unser Körper wärmt eine dünne Luftschicht direkt auf der Haut. Wind bläst diese Schicht ständig weg, die Haut kühlt schneller aus und wir empfinden es kälter, als es ist. Diesen Windchill berechnen der US-Wetterdienst NWS und Environment Canada seit 2001 mit einer gemeinsamen Formel aus Lufttemperatur und Windgeschwindigkeit. Nach unserer Rechnung fühlen sich 4 Grad bei Böen um 40 km/h wie etwa minus 2 Grad an. Bei minus 4 Grad und Wind von 50 bis 80 km/h, wie auf exponierten Gipfeln, sind es minus 13 bis minus 15 Grad. Der Deutsche Wetterdienst gibt für seine gefühlte Temperatur übrigens ein umfassenderes Maß an: das Klima-Michel-Modell, das auch Sonne und Luftfeuchte berücksichtigt.

Frostige Nächte, am Wochenende etwas Regen

Der Wind lässt am Abend etwas nach, in den Nächten wird es dafür neblig und vielerorts frostig. Bis Freitag früh rechnen wir außer im Norden häufig mit leichtem Frost um minus 2 Grad, in klaren Senken auch etwas darunter, am Boden verbreitet mit Reif. Wer morgens zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, sollte sich nach dem Zwiebelprinzip anziehen und Ohren und Hände schützen, denn dort kühlt der Wind am schnellsten aus. Ab Samstag nähert sich von Frankreich ein Höhentief und bringt dem Westen und Südwesten etwas Regen, oberhalb von etwa 1000 Metern sind ein paar Flocken möglich. Für die nächste Woche deutet sich mildere Luft von Westen an, die Modelle sind dabei aber noch uneins.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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