
Der Freitag bringt den Höhepunkt der Hitze: In weiten Teilen Nordrhein-Westfalens gilt eine amtliche Warnung vor starker Wärmebelastung, verbreitet werden 34 bis 38 Grad erwartet. Mit Sonne und stehender Luft steigt auch das bodennahe Ozon. Wer empfindlich reagiert, verlegt Sport und Gartenarbeit besser in den Morgen. Bemerkenswert ist dabei, wie selten die Warnschwelle heute überhaupt noch fällt.
Hitzegipfel treibt die Ozonbildung an
Der Deutsche Wetterdienst hat für große Teile Nordrhein-Westfalens eine amtliche Warnung vor starker Wärmebelastung von 11 bis 19 Uhr ausgegeben. Die gefühlte Temperatur liegt über 32 Grad, in dicht bebauten Vierteln kühlt es nachts kaum ab. Genau diese Mischung aus intensiver Strahlung und ruhiger Luft lässt bodennahes Ozon entstehen: Aus Stickoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen bildet die Sonne das Reizgas. Das Bayerische Landesamt für Umwelt erwartete am Freitagmorgen ein Tagesmaximum von 170 Mikrogramm pro Kubikmeter, die nächtlichen Spitzen lagen etwa in Kempten bei 134.
Warum der Ozonalarm meist ausbleibt
Auffällig ist, wie selten die Schwellen heute noch reißen. Die Informationsschwelle liegt bei 180 Mikrogramm je Kubikmeter im Stundenmittel, die Alarmschwelle bei 240 – letztere wurde in Baden-Württemberg nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt zuletzt 2015 erreicht. Selbst im sehr heißen Juni meldete Rheinland-Pfalz nur zwei Überschreitungen der 180er-Marke, der Höchstwert lag bei 154 Mikrogramm in Wörth. Der Grund liegt bei den Vorläuferstoffen: Seit 1990 sanken die Stickoxide um rund 70, die flüchtigen organischen Verbindungen um etwa 75 Prozent.
Was empfindliche Menschen jetzt beachten sollten
Für etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung bleibt Ozon trotzdem spürbar, typisch sind gereizte Augen, Husten und Kopfschmerzen. Die höchsten Werte treten meist am späten Nachmittag und am Abend auf, und zwar eher am Stadtrand und im Umland als in der Innenstadt, wo Abgase einen Teil des Ozons wieder abbauen. Sport, Gartenarbeit und lange Radtouren gehören deshalb in die frühen Morgenstunden, gelüftet wird am besten kurz nach Sonnenaufgang. Am Samstag und Sonntag bringen Schauer und Gewitter Abkühlung, dann sinkt auch die Ozonbelastung.