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Raps vertrocknet in Rheinhessen: Landwirte pflügen Felder um

12. Oktober 2026·12:03 Uhr
2 Min. Lesezeit
AgrarwetterWetterlage
Raps vertrocknet in Rheinhessen: Landwirte pflügen Felder um

Eigentlich sollte der Winterraps jetzt kräftig in den Herbst wachsen. In Rheinhessen und der Pfalz sind die jungen Pflanzen nach Wochen ohne nennenswerten Regen aber vielerorts vertrocknet, und viele Landwirte pflügen ihre Felder wieder um. Dazu kommt ein Schädling, gegen den kaum noch ein Mittel wirkt. Die milde Woche bringt nur wenig Regen, ab dem Wochenende wird es kühler.

Umbruch statt Wachstum im Südwesten

Nach Angaben von top agrar fielen im Südwesten von Juli bis September nur rund 25 Liter Regen pro Quadratmeter. Laut Deutschem Wetterdienst kam Rheinland-Pfalz allein im September auf lediglich 19 Liter. Der vor Wochen gesäte Raps ist vor allem in Rheinhessen stellenweise massiv eingegangen. „Viele Landwirte befassen sich derzeit mit dem Umbruch des Rapses“, sagt Maximilian Stork, Leiter des Beratungsrings Rheinhessen/Pfalz. Manche Bestände stecken noch im Keimblattstadium. Ob der Regen vom 1. Oktober für einen Wachstumsschub vor dem Winter reicht, ist offen.

Erdfloh, Fruchtfolge und Sandböden

In den Weinbaugebieten kommt der Rapserdfloh hinzu. Weil er gegen die üblichen Pyrethroide resistent ist, sind die Betriebe nach Storks Worten „aktuell machtlos“. Der Beratungsring fordert deshalb vom Ministerium eine schnelle Ausnahme von der Öko-Regelung 2, damit auf den umgebrochenen Flächen mehr als 66 Prozent Getreide stehen dürfen und noch Wintergetreide gedrillt werden kann. Auch im Emsland fehlt Wasser. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen fiel dort 30 bis 40 Prozent weniger Regen als im langjährigen Mittel. Auf leichten Sandböden liefen teils nur 20 bis 25 von 50 gesäten Pflanzen pro Quadratmeter auf, dazu kommen Winderosion und Bormangel.

Milde Woche, Regen erst ab Freitag

Bis Donnerstag hält sich ein Hoch über Deutschland. Nach Nebelauflösung wird es mit 14 bis 22 Grad freundlich, am Niederrhein am Donnerstag mit bis zu 23 Grad. Die Wärme hilft dem Raps aber nur dort, wo der Boden noch genug Feuchtigkeit hat. Am Mittwoch fällt im Süden etwas Regen, am Freitag ziehen von Nordwesten Schauer bis zur Mitte. Am Samstag kann es im Süden länger regnen. Die Mengen dürften vielerorts zu gering sein, um die Böden gründlich zu durchfeuchten. Ab dem Wochenende wird es mit 10 bis 17 Grad deutlich kühler, in den Nächten ist vereinzelt wieder Frost möglich. Für die verspätete Aussaat von Wintergetreide wird die Zeit damit knapp.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei Q.met.

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