
Heute ist Leonhardstag, und eine alte Bauernregel verspricht: Wie das Wetter an diesem Tag ist, so bleibt es bis Weihnachten. Neblig-grau würde das bedeuten. Die Klimamodelle zeichnen ein anderes Bild. Die neue Saisonvorhersage des Deutschen Wetterdienstes deutet auf einen Winter hin, der wärmer ausfällt als üblich. Eine Garantie ist das aber nicht.
Was die Saisonvorhersage zeigt
Laut der Anfang November veröffentlichten saisonalen Klimavorhersage des DWD liegt die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittlich warme Witterung von November bis Januar bei 69 Prozent. Das berichtet inFranken. Für den meteorologischen Winter von Dezember bis Februar sind es 61 Prozent. Die Vorhersagequalität für diesen Zeitraum stuft der DWD selbst als gering ein. Für den Niederschlag gibt es noch keine belastbare Aussage. Wir lesen das als Tendenz, nicht als Urteil. Auch ein im Mittel milder Winter kann Kältephasen mit Frost und Schnee bringen. Die in diesen Wochen erwartete Störung des Polarwirbels könnte dafür später im Winter sorgen.
Leonhardi-Regel im Faktencheck
„Wie's Wetter an Leonhardi ist, bleibt's bis Weihnachten gewiss.“ Wer heute aus dem Fenster schaut, sieht vielerorts Nebel und Hochnebel, nur stellenweise kommt die Sonne durch. Wissenschaftlich belegt ist diese Bauernregel nicht. Sieben Wochen Wetter lassen sich nicht an einem einzigen Tag ablesen. Schon in der kommenden Woche stellt sich die Wetterlage spürbar um, und das ruhige Hochdruckwetter der vergangenen Tage geht zu Ende. Zuverlässiger als die Bauernregel sind die bewährten Kalenderdaten: Lange Nächte und schwache Sonne begünstigen im November Nebel, Frost bekommt in klaren Nächten jetzt leichter eine Chance.
Unsere Vorhersage bis Mitte November
Das Wochenende bleibt meist ruhig und trüb, im Nordwesten fällt etwas Sprühregen. Am Sonntag erreichen die Höchstwerte 6 Grad in den Niederungen Bayerns und bis 13 Grad am Oberrhein. Ab Montag kommt Regen von Südwesten. Im Schwarzwald sind am Dienstag mehr als 30 Liter pro Quadratmeter nicht ausgeschlossen. Am Mittwoch und Donnerstag wird es landesweit unbeständig und mild bei 7 bis 14 Grad, die Nächte bleiben mit 8 bis 2 Grad meist frostfrei. An den Alpen setzt leichter Föhn ein. Ab etwa dem 14. November könnte es von Norden wieder kälter werden, dann steigt die Gefahr von Nachtfrost. Diese Entwicklung ist aber noch sehr unsicher.
Johannes Graf
B. Sc. Meteorologie
Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei Q.met.



