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Sturm im Golf von Mexiko: Louisiana und Florida droht Starkregen

06. Oktober 2026·18:03 Uhr
2 Min. Lesezeit
HurrikanWetter weltweit
Sturm im Golf von Mexiko: Louisiana und Florida droht Starkregen

Im südwestlichen Golf von Mexiko organisiert sich ein Tiefdruckgebiet, und das US-Hurrikanzentrum hält eine Entwicklung inzwischen für sehr wahrscheinlich. Wird daraus ein Tropensturm, bekommt er den Namen Isaias. Ab Freitagabend könnte die Golfküste zwischen Louisiana und Florida getroffen werden. Wie stark der Sturm wird, ist noch offen. Die größte Gefahr ist aber schon jetzt erkennbar: Wassermassen.

Neun von zehn Chancen auf Isaias

Das National Hurricane Center (NHC) beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus dem als Invest 92L geführten System binnen 48 Stunden ein tropischer Wirbelsturm bildet, im Ausblick vom Dienstagmorgen auf 90 Prozent. Schauer und Gewitter zeigen erste Anzeichen von Organisation. Für Mittwochnachmittag ist der erste Erkundungsflug der Hurrikanjäger angesetzt. Das Tief zieht zunächst langsam ostwärts in Richtung Yucatán und dürfte gegen Ende der Woche nach Norden oder Nordosten zur nördlichen Golfküste einschwenken. Die Modelle streuen noch von der oberen Texasküste bis zum Florida Panhandle, die meisten Lösungen bündeln sich aber zwischen dem östlichen Louisiana und dem Westen Floridas.

Rekordwarmes Wasser, aber starker Gegenwind in der Höhe

Der Golf von Mexiko liegt nach Auswertungen von Yale Climate Connections rund ein halbes Grad über dem bisherigen Rekordwert für dieses Datum, und dieses Wasser liefert reichlich Energie. Dagegen steht die kräftige Windscherung, die El Niño in diesem Jahr über dem Atlantik erzeugt. Vor der Küste dürfte sie zunehmen und den Sturm vor dem Landfall eher schwächen. Ein Hurrikan ist damit möglich, aber nicht das wahrscheinlichste Szenario. Gefährlicher ist der Regen: Über dem nordöstlichen Golf sind 125 bis 250 Liter pro Quadratmeter möglich, das Wetter-Vorhersagezentrum der NOAA weist für Freitag und Samstag bereits ein erhöhtes Sturzflutrisiko aus.

Ein Rekord wackelt, in Deutschland wird es stürmisch

Bildet sich Isaias, ist er der neunte benannte Sturm des Jahres, aber noch immer gab es keinen einzigen Hurrikan. Der späteste erste Hurrikan einer Atlantiksaison stammt vom 8. Oktober 1905, und dieser Rekord dürfte kaum noch zu halten sein. Bei uns stellt sich unterdessen eine unbeständige Westlage ein. Am Mittwochabend ziehen im Westen Gewitter mit Starkregen auf, am Donnerstag gibt es an der See und im Bergland Sturmböen. Am Freitag fallen im Norden und in der Mitte bis zu 30 Liter pro Quadratmeter, die Temperaturen gehen auf 12 bis 18 Grad zurück. Am Wochenende bleibt es mit 13 bis 20 Grad wechselhaft.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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