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Taifun bedroht Guam und Marianen: bis 300 Liter Regen möglich

15. Oktober 2026·12:03 Uhr
Zuletzt aktualisiert:
2 Min. Lesezeit
TaifunWetter weltweit
Taifun bedroht Guam und Marianen: bis 300 Liter Regen möglich

Im westlichen Pazifik baut sich die nächste Gefahr auf. Eine tropische Depression rund 1.500 Kilometer östlich von Guam soll sich bis zum Wochenende zum Taifun verstärken. Ihre Zugbahn führt mitten durch die südlichen Marianen. Der US-Wetterdienst hat für Guam und die Nördlichen Marianen bereits eine Taifun-Vorwarnung ausgegeben. Der Höhepunkt wird für Sonntag erwartet.

Vorwarnung für Guam, Rota, Tinian und Saipan

Am Donnerstagmittag Ortszeit lag die tropische Depression 29W bei 10,8 Grad Nord und 158,9 Grad Ost, rund 1.560 Kilometer östlich von Guam. Noch ist sie mit Dauerwinden um 56 km/h vergleichsweise schwach und zieht mit gut 20 km/h nach Westnordwesten. Seit Donnerstag, 14 Uhr Ortszeit, gilt nach Angaben des National Weather Service eine Taifun-Vorwarnung für Guam und die Nördlichen Marianen. Damit sind Taifunbedingungen mit Windgeschwindigkeiten ab 119 km/h innerhalb von 48 Stunden möglich. Der Durchzug zwischen Guam und Rota wird für den späten Samstagabend bis Sonntag erwartet. Die Behörden raten, sich auf einen Taifun der Kategorie 2 vorzubereiten.

Sintflutartiger Regen und große Unsicherheit

Gefährlich ist nicht nur der Wind. Der Wetterdienst auf Guam erwartet von Samstag bis Montag 127 bis 203 Liter Regen pro Quadratmeter, örtlich um 300 Liter. Damit steigt die Gefahr von Überflutungen und Erdrutschen deutlich, dazu kommen hohe Wellen und eine gefährliche Brandung. Bei der Zugbahn sind sich die Modelle allerdings nicht einig: Die meisten führen das Zentrum direkt über die südlichen Marianen, einzelne Läufe reichen von südlich Guam bis weit nördlich von Saipan. Auch die Stärke ist offen. US-Medien halten bei sehr warmem Wasser sogar einen Supertaifun für möglich, der den Namen Champi tragen würde. Gesichert ist das aber nicht.

Rekordsaison im Pazifik, ruhiges Herbstwetter bei uns

Der Sturm passt in ein außergewöhnliches Jahr. Die Hurrikansaison im Ostpazifik hat US-Berichten zufolge mit über 319 ACE-Einheiten das Rekordjahr 2018 überholt und gilt damit als energiereichste seit Beginn der Aufzeichnungen. Mit Trudy verstärkt sich vor Mexiko bereits der nächste Wirbelsturm. Treiber ist der starke El Niño. In Deutschland bleibt es deutlich ruhiger: Am Freitag wird es mit Südwestwind noch einmal mild, im Südwesten sind bis 23 Grad möglich. Am Samstag bringt eine Störung Regen in den Süden bei 12 bis 16 Grad, am Sonntag regnet es im Südwesten bei nur um 10 Grad. Ab Montag setzt sich Hochdruck mit Nebel und 11 bis 17 Grad durch.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei Q.met.

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