
Zwei Messstationen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt melden am Donnerstag die höchste Waldbrandgefahrenstufe, in weiten Teilen des Nordens gilt Stufe 4. Ausgerechnet jetzt ziehen Gewitter über das ausgetrocknete Land - mit Blitzen, die in Streu und Reisig zünden können. Der Regen dagegen kommt oft nicht dort an, wo er gebraucht würde.
Höchste Gefahrenstufe im Nordosten
Der Waldbrand-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeigt am Donnerstag ein klares Muster: In Neuruppin-Alt Ruppin in Brandenburg und in Seehausen in Sachsen-Anhalt steht der Index auf der höchsten Stufe 5, hohe Gefahr der Stufe 4 gilt unter anderem in Teilen Berlins, Mecklenburg-Vorpommerns, Niedersachsens, Schleswig-Holsteins und Hessens. Der Index ist eine meteorologische Einschätzung, kein Verbot - ob ein Waldstück gesperrt wird, entscheiden Kreise und Länder. Auf den sandigen Böden im Nordosten reicht schon ein Funke.
Ein August mit Rekordfeuern
Wie ernst die Lage ist, hat dieser Monat gezeigt. Im Hürtgenwald in der Eifel brannten ab dem 13. August 300 bis 400 Hektar - der größte Waldbrand in Nordrhein-Westfalen seit Beginn der amtlichen Erfassung 1991. Rund 1.800 Menschen im Ortsteil Gey mussten die Nacht zum 14. August außer Haus verbringen, Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg erschwerten die Löscharbeiten, fünf Menschen wurden verletzt. Im Main-Kinzig-Kreis bat ein Wasserversorger die Bevölkerung beim Brand nahe Rodenbach zeitweise, aufs Duschen und Baden zu verzichten, weil das Löschwasser knapp wurde.
Gewitter helfen nur kurz
Am Donnerstagabend ziehen von Westen kräftige Gewitter auf, am Freitag liegt der Schwerpunkt in der Südosthälfte - dort mit Starkregen um 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter, Hagel und schweren Sturmböen. Blitzschlag ist bei uns eine seltene Zündquelle, in diesem Dürresommer aber eine ernstzunehmende. Zum Samstag fließt kühlere Luft ein, der Gefahrenindex sinkt an vielen Stationen deutlich. Entwarnung ist das nicht: Der Regen fällt kleinräumig und läuft auf verkrusteten Böden ab. Die Bodenfeuchte lag nach der DWD-Bilanz vom 6. August auf dem Niveau der Dürrejahre 2018 und 2022.