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Wildunfälle in Deutschland: Pendler fahren bald in die Dämmerung

14. Oktober 2026·15:04 Uhr
Zuletzt aktualisiert:
2 Min. Lesezeit
RatgeberWetterlage
Wildunfälle in Deutschland: Pendler fahren bald in die Dämmerung

Am Sonntag, 25. Oktober, werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Danach rollt der Feierabendverkehr wieder mitten in die Dämmerung, also genau in die Zeit, in der Rehe und Wildschweine unterwegs sind. Gleichzeitig steuert Deutschland auf eine ruhige Hochdrucklage mit langen Nebelnächten zu. Diese Mischung macht die kommenden Wochen auf Landstraßen besonders riskant.

Mehr als 750 Wildunfälle pro Tag

Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben die Autoversicherer 2024 rund 276.000 Wildunfälle mit kaskoversicherten Pkw registriert, das sind mehr als 750 am Tag. Der Schaden lag bei über 1,1 Milliarden Euro, im Schnitt kostete ein Unfall rund 4.100 Euro nach 3.850 Euro im Jahr davor. Für 2025 rechnet der ADAC mit einer ähnlichen Zahl von etwa 274.000 Fällen bei durchschnittlich rund 4.350 Euro. Am häufigsten ist ein Reh beteiligt, statistisch bei etwa jedem zweiten Wildunfall. Neben dem Frühjahr gelten die Monate Oktober bis Dezember als Hochsaison.

Nebel, Dämmerung und neue Uhrzeit

Ende Oktober geht die Sonne in der Mitte Deutschlands erst kurz nach 8 Uhr auf. Nach der Umstellung ist es kurz nach 7 Uhr, dafür wird es schon gegen 17:15 Uhr dunkel. Der Rhythmus der Tiere bleibt gleich, der Verkehr verschiebt sich dagegen um eine Stunde. Hinzu kommt der Nebel: Für die Nacht zum Donnerstag warnt der Deutsche Wetterdienst in der Mitte und im Süden regional vor Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. Im Nebel wirken Tiere am Fahrbahnrand oft erst im letzten Moment sichtbar, und der Bremsweg ist dann schnell länger als die Sicht.

Unsere Vorhersage und was hilft

Am Donnerstag bleibt es ruhig, am Freitag streift eine Front den Norden. Am Wochenende regnet es vor allem im Süden und Südwesten bei nur noch 10 bis 16 Grad. Ab Montag setzt sich wieder Hochdruck durch, mit 11 bis 17 Grad am Tag, 3 bis 9 Grad in der Nacht und örtlich Nebel oder Hochnebel. Nach jetzigem Stand hält diese ruhige Lage bis in die Woche der Zeitumstellung an. An Wald- und Feldrändern deshalb Fuß vom Gas nehmen. Taucht ein Tier auf: bremsen, abblenden, hupen und nicht riskant ausweichen. Nach einem Unfall die Stelle sichern und die Polizei unter 110 rufen, auch wenn das Tier geflüchtet ist.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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