Zyklon Arnab vor Indiens Ostküste: 89.000 Menschen evakuiert

27. Oktober 2026·08:03 Uhr
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ZyklonWetter weltweit
Zyklon Arnab vor Indiens Ostküste: 89.000 Menschen evakuiert

Im Golf von Bengalen nimmt Zyklon Arnab Kurs auf die Ostküste Indiens. Am Mittwochvormittag Ortszeit soll der Wirbelsturm im Bundesstaat Andhra Pradesh auf Land treffen, mit Orkanböen bis 140 km/h, sintflutartigem Regen und einer Sturmflut. Rund 89.000 Menschen haben die Behörden bereits in Sicherheit gebracht. Pikant: Fast genau ein Jahr zuvor traf ein Zyklon dieselbe Küste.

Landfall nahe Kakinada erwartet

Der indische Wetterdienst IMD stuft Arnab als schweren Zyklonsturm ein und rechnet mit einer weiteren Verstärkung zum sehr schweren Zyklonsturm. Am Dienstagmorgen um 3:30 Uhr Ortszeit lag das Zentrum noch rund 300 Kilometer von Visakhapatnam und 360 Kilometer von Kakinada entfernt und kam mit etwa 25 km/h voran. Das IMD erwartet den Landfall zwischen Bapatla und Visakhapatnam in der Nähe von Yanam, mit Dauerwind von 115 bis 125 km/h und Böen bis 140 km/h. Indischen Medienberichten zufolge kann das Wasser an flachen Küstenabschnitten rund um Kakinada 1 bis 1,5 Meter über die normale Flut steigen.

Rote Warnung, Züge gestrichen, Schulen zu

Für elf Distrikte, darunter Visakhapatnam, Kakinada, Konaseema, East und West Godavari sowie Guntur, gilt die rote Warnstufe des IMD. Nach Angaben der Behörden wurden rund 89.000 Menschen in 101 Hilfslager gebracht, alle 130 Bewohner der vorgelagerten Hope Island sind in Kakinada untergekommen. Die Bahn hat 53 Verbindungen gestrichen, in drei Küstendistrikten fällt der Unterricht am Dienstag und Mittwoch aus, im Süden Odishas am Mittwoch und Donnerstag. 15 Teams der Katastrophenschutztruppe NDRF stehen bereit, die Landesregierung hat 25.000 Strommasten als Ersatz eingelagert. Regen dürfte der Sturm weit ins Landesinnere bis nach Bihar und Westbengalen tragen.

Déjà-vu an der Küste, in Deutschland wird es neblig

Für die Region ist das ein bitteres Déjà-vu: Am 28. Oktober 2025 traf Zyklon Montha nahe Kakinada auf Land, damals mit Böen bis 110 km/h. Arnab dürfte also kräftiger ausfallen. Der Oktober ist im Golf von Bengalen eine Hauptsaison für Zyklone, denn das Meer ist nach dem Monsun noch sehr warm und der Höhenwind oft schwach. Bei uns geht es ruhiger zu. Nach dem sehr milden Dienstag mit bis zu 21 Grad am Oberrhein räumt eine Kaltfront bis Mittwoch die Milde ab. Danach setzt sich Hochdruck durch, mit zähem Nebel und Hochnebel, nachts gibt es vor allem im Süden örtlich leichten Frost. Nennenswerter Regen ist bis in die erste Novemberwoche nicht in Sicht.

Dominik Jung
Über den Autor

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Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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