Zum Inhalt springen

Deutschlands Gasspeicher am Tiefstand: Wärme verzögert Heizstart

25. September 2026·15:06 Uhr
2 Min. Lesezeit
WetterlageWettertrend
Deutschlands Gasspeicher am Tiefstand: Wärme verzögert Heizstart

Zum Monatswechsel klettern die Temperaturen im Südwesten noch einmal auf bis zu 31 Grad, die Heizung bleibt in den meisten Haushalten aus. Das kommt gelegen, denn Deutschlands Gasspeicher sind so leer wie nie zu dieser Jahreszeit. Jeder warme Tag verschiebt den Start der Heizsaison und damit den Moment, in dem das Gas wieder aus den Kavernen fließt.

Bis zu 31 Grad am Oberrhein

Ein kräftiges Hoch bestimmt das Wetter bis weit in die kommende Woche. Heute wird es nach Nebelauflösung vielerorts sonnig bei 17 bis 22 Grad, im äußersten Südwesten bis 25 Grad. Am Samstag erreichen wir 20 bis 26 Grad, am Oberrhein bis 29 Grad, am Sonntag im Süden und Südwesten 25 bis 29 und am Oberrhein bis zu 31 Grad. Der Norden bleibt mit 18 bis 23 Grad kühler und zeitweise wechselhaft. Auch von Montag bis Mittwoch halten sich 24 bis 29 Grad, die Nächte kühlen auf 15 bis 7 Grad ab. Erst ab dem 1. Oktober wird es unbeständiger.

Speicher so leer wie nie zu dieser Zeit

Parallel dazu läuft ein Wettlauf gegen die Uhr. Nach den Daten der europäischen Transparenzplattform AGSI+, die die Bundesnetzagentur an Werktagen veröffentlicht, lagen die deutschen Gasspeicher am 23. September bei rund 57 Prozent. Im Vorjahr waren es zum gleichen Termin gut 76 Prozent, im September 2024 sogar rund 96 Prozent. Die Initiative Energien Speichern (INES) sprach Anfang September vom niedrigsten Füllstand seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren. Gesetzlich vorgegeben sind zum 1. November 80 Prozent, für sechs ostdeutsche Speicher 45 Prozent.

Warum jetzt jedes milde Grad zählt

Als Heiztag gilt in der Energiewirtschaft ein Tag, dessen Mitteltemperatur unter 15 Grad liegt. Bei 25 bis 30 Grad am Nachmittag fällt praktisch keiner an, das Gas wandert weiter in die Kavernen statt in die Heizkessel. Nach den Modellrechnungen von INES vom 8. September sind bis zum 1. November technisch rund 77 Prozent erreichbar, dafür müsste in zwei Monaten mehr eingespeichert werden als in den drei Monaten zuvor. Für einen normalen Winter würde das reichen, bei extremer Kälte errechnet INES an einzelnen Januartagen eine Unterdeckung von über 25 Prozent.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

So arbeiten unsere Meteorologen

Teilen

Wussten Sie schon?

Unsere Meteorologen analysieren täglich über 100 Wettermodelle, um Ihnen die präziseste Vorhersage zu liefern.

Zur Wetterkarte
Deutschlands Gasspeicher am Tiefstand: Wärme verzögert Heizstart | wetter.net