Frankfurt wartet auf ersten Frost: Modelle uneins über Kälte

30. Oktober 2026·12:02 Uhr
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Wettertrend
Frankfurt wartet auf ersten Frost: Modelle uneins über Kälte

Ende Oktober und noch immer kein Frost: In weiten Teilen Deutschlands ist die erste frostige Nacht bislang ausgeblieben, am Frankfurter Flughafen ebenso wie in vielen anderen Tieflagen. Nach Allerheiligen wird es kurz kälter. Und für Mitte November rechnen einzelne Modellläufe sogar mit einem Vorstoß kalter Luft aus Nordosteuropa. Wie belastbar ist dieses Signal?

Ein Herbst unter den zehn wärmsten

Laut Deutschem Wetterdienst lag die Mitteltemperatur vom 1. September bis zum 29. Oktober 2,1 Grad über dem Mittel von 1961 bis 1990 und 1,7 Grad über dem Mittel von 1991 bis 2020. Damit zählt dieser Herbst bisher zu den zehn wärmsten. Bis auf die Zugspitze ist Deutschland schneefrei. In Frankfurt fiel der erste Frost von 1961 bis 1990 im Mittel um den 20. Oktober, von 1991 bis 2020 erst am 1. November und in den vergangenen 15 Jahren im Schnitt am 5. November. 2025 fror es dort erstmals am 17. November, der späteste Termin seit Messbeginn war der 26. November 2022.

Nach Allerheiligen wird es frostig

Zunächst bleibt es ruhig, oft neblig-trüb, am Wochenende mit 6 bis 14 Grad. Am Sonntag bringt ein Höhentief dem Südosten Regen und den Alpen Schnee. In der Nacht zum Montag sinken die Temperaturen dann auf 4 bis -3 Grad, im höheren Bergland örtlich bis -5 Grad. Vor allem im Süden kann es dabei auf Straßen und Wegen glatt werden. Auch in den Nächten zum Dienstag und Mittwoch erwarten wir im Süden leichten Frost um -1 Grad, im Norden bleibt es mit 3 bis 5 Grad frostfrei. Tagsüber ist es meist grau bei 4 bis 14 Grad.

Kälte Mitte November: ein Signal mit Fragezeichen

Einzelne Läufe des europäischen Modells ECMWF rechnen für den 10. und 11. November ein kräftiges Hoch über der Nordsee und ein Tief über der Ostsee. Dazwischen könnte Kaltluft aus Nordosteuropa einfließen, mit -6 bis -10 Grad in rund 1500 Metern Höhe. Das wäre für Anfang November deutlich zu kalt. Das Mittel der Ensembleläufe liegt für diesen Zeitraum aber im Bereich des Üblichen, und zwölf Tage im Voraus kann sich noch viel ändern. Hochdrucklagen sind zudem oft trocken, Schnee wäre also keineswegs ausgemacht. Wer Winterreifen noch nicht montiert hat, sollte das trotzdem bald tun.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei Q.met.

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