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Gewitter im Westen ab Samstag: Sturzflutgefahr auf Dürreböden

12. August 2026·11:40 Uhr
Zuletzt aktualisiert:
2 Min. Lesezeit
Wissen & Freizeit
Gewitter im Westen ab Samstag: Sturzflutgefahr auf Dürreböden

Der Hochsommer legt noch einmal nach: Bis Freitag sind im Westen und Südwesten örtlich bis zu 39 Grad möglich. Doch schon am Samstag kippt die Lage, von Nordwesten her ziehen kräftige Gewitter auf. Das eigentliche Problem ist dabei nicht der Regen selbst, sondern der Untergrund, auf den er fällt: Nach Monaten Trockenheit nehmen viele Böden kaum noch Wasser auf.

Freitag wird der heißeste Tag der Woche

Ein kräftiges Hoch sorgt bis Freitag für viel Sonne und praktisch keinen Niederschlag. Die 10-Tage-Vorhersage der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach vom 11. August nennt für Freitag Höchstwerte zwischen 29 und 39 Grad, an den Küsten bleibt es kühler. In der Wochenvorhersage der Wettergefahren vom Mittwoch, 11 Uhr, rechnet der Deutsche Wetterdienst am Donnerstag mit zunehmend starker Wärmebelastung in den Niederungen Südwestdeutschlands unterhalb von etwa 800 Metern, am Freitag dann mit teils hoher Wärmebelastung im Westen. In Hessen sind am Freitag verbreitet 34 bis 38 Grad zu erwarten, in Frankfurt rund 37 Grad.

Ab Samstag markante Gewitter, dann Temperatursturz

Ein Tief bei Island lenkt zum Wochenende feuchtere Luft heran. Bereits in der Nacht zum Samstag sind im Nordwesten erste Gewitter möglich, am Samstag folgen in der Westhälfte markante Gewitter mit Sturmböen, Hagel und Starkregen, im Nordwesten lokal mit Unwetterpotenzial. Südlich einer Linie Saarland–Berlin bleibt es mit 30 bis 36 Grad heiß, am Oberrhein und in Unterfranken sind bis zu 38 Grad möglich, nördlich davon sind es nur noch 22 bis 27 Grad. Am Sonntag verlagert sich der Schwerpunkt von der Mitte bis in den Süden, am Alpenrand sind örtlich rund 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde denkbar. Zu Wochenbeginn kühlt es auf 21 bis 31, später 21 bis 28 Grad ab.

Harter Boden statt Schwamm

Warum ausgerechnet der ersehnte Regen zum Risiko wird, zeigt die DWD-Pressemitteilung vom 6. August zur Trockenheit: In der südlichen Mitte und im Süden sind die Böden teils trockener als in den Dürrejahren 2018 und 2022, seit März fiel fast überall zu wenig Niederschlag, in südlichen Regionen gebietsweise nicht einmal die Hälfte des Mittels von 1991 bis 2020. Unter 30 Prozent nutzbarer Feldkapazität geraten Pflanzen in deutlichen Trockenstress. Auf verkrustetem, staubtrockenem Boden sinkt die Aufnahmefähigkeit stark, das Wasser fließt oberflächlich ab und sammelt sich in Senken, Unterführungen und Kellern. Ein kurzer Wolkenbruch lindert die Dürre daher kaum – er kann aber lokal überfluten.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei wetter.net.

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