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Waldbrände in Hessen und Sachsen: Löschwasser wird knapp

12. August 2026·13:03 Uhr
2 Min. Lesezeit
Wissen & Freizeit
Waldbrände in Hessen und Sachsen: Löschwasser wird knapp

Bei Plauen im Vogtland kämpfen rund 120 Feuerwehrleute seit Dienstagabend gegen ein Feuer im Waldstück „Schwarzes Holz“, im hessischen Rodenbach brannten am Montag 55 Hektar Wald. Der Deutsche Wetterdienst führt am Mittwoch etwa 210 Messstationen in den beiden höchsten Waldbrand-Gefahrenstufen. Und die Wärme der kommenden Tage nimmt den Wäldern noch mehr Feuchtigkeit.

Steiler Hang, dichtes Unterholz: der Brand bei Plauen

Im Waldstück „Schwarzes Holz“ südlich von Plauen brennt es seit Dienstagabend auf rund sieben Hektar, knapp zehn Fußballfeldern. Etwa 120 Feuerwehrleute rücken zu Fuß vor, weil der steile Hang nicht befahrbar ist, und verlängern ihre Schläuche Meter für Meter. Viel Totholz in dem Renaturierungswald erschwert die Arbeit. Seit dem Vormittag helfen Löschhubschrauber, die Wasser aus der Talsperre Pirk schöpfen. Oberbürgermeister Steffen Zenner spricht vom größten Brandereignis in den Wäldern und auf den Feldern der Stadt seit 30 Jahren. Die offenen Flammen sind weitgehend eingedämmt, der Boden bleibt aber sehr heiß.

Rodenbach: 55 Hektar und Verdacht auf Brandstiftung

Noch größer war der Brand im hessischen Rodenbach im Main-Kinzig-Kreis. Dort entstanden am Montag mehrere Brandstellen, insgesamt 55 Hektar Wald waren betroffen. Bis zu 500 Einsatzkräfte arbeiteten gleichzeitig, unterstützt von Drohnen, Wärmebildkameras und einem Polizeihubschrauber mit Löschwasserbehälter. Weil das Löschwasser knapp wurde, sollten Bürger mehrerer Orte ihren Verbrauch auf das Nötigste beschränken, also auf Duschen, Baden und Gartengießen verzichten. Die Kriminalpolizei Hanau ermittelt in alle Richtungen, geht nach dem derzeitigen Stand aber von Brandstiftung aus.

Höchste Gefahrenstufe, und die Wärme kommt zurück

Der Waldbrandgefahrenindex des DWD reicht von Stufe 1 bis 5. Am Mittwoch lagen rund 210 der ausgewerteten Stationen in Stufe 4 oder 5, vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Die Stufe ist dabei nur der Auslöser: Verbindlich wird ein Betretungsverbot erst durch die Allgemeinverfügung eines Kreises. Laut dem europäischen Waldbrandinformationssystem EFFIS verbrannten zwischen dem 4. Juli und dem 3. August mindestens 587 Hektar, allein bei Kratzeburg in Mecklenburg 205 Hektar. Bis Freitag steigt die Wärmebelastung im Westen und Südwesten weiter, erst am Wochenende ziehen Gewitter auf. Kurze Schauer aber löschen keine ausgetrockneten Böden.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei wetter.net.

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