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Ozonloch über der Antarktis: größte Fläche seit 20 Jahren

30. September 2026·12:04 Uhr
2 Min. Lesezeit
UV/OzonWissen
Ozonloch über der Antarktis: größte Fläche seit 20 Jahren

Während bei uns der Altweibersommer ausklingt, erreicht über der Antarktis das Ozonloch seinen Jahreshöhepunkt - und fällt 2026 so groß aus wie seit rund zwei Jahrzehnten nicht mehr. Über 27 Millionen Quadratkilometer, deutlich mehr als die Fläche Nordamerikas. Ein Rückschlag für die Erholung der Ozonschicht ist das trotzdem nicht.

Rund 27 Millionen Quadratkilometer

Der Copernicus Atmosphere Monitoring Service meldete Mitte September rund 25 Millionen Quadratkilometer Fläche unterhalb der Schwelle von 220 Dobson-Einheiten - etwa fünf Millionen Quadratkilometer mehr als im Mittel für diese Jahreszeit. Forschende der University of Otange beziffern den September-Höchstwert inzwischen auf 27,4 Millionen Quadratkilometer und damit auf den größten Wert seit rund 20 Jahren. Größer war das Loch zuletzt im Jahr 2000 mit über 28 Millionen und 2015 mit 27,9 Millionen Quadratkilometern im Oktober.

Ein eiskalter Polarwirbel als Ursache

Entscheidend ist die Dynamik der Stratosphäre. Der Polarwirbel über der Südhalbkugel war in diesem Jahr ungewöhnlich kräftig und kalt, der Ozonabbau setzte schon Mitte August ein. Erst unterhalb von etwa minus 78 Grad bilden sich in rund 20 Kilometern Höhe die polaren Stratosphärenwolken, an deren Eisoberflächen Chlor- und Bromverbindungen aktiviert werden. Kehrt im Südfrühling das Sonnenlicht zurück, läuft die Abbaureaktion los. Im Vorjahr hatte eine plötzliche Stratosphärenerwärmung den Wirbel früh zerfallen lassen - das Ozonloch blieb eines der kleinsten seit Jahrzehnten.

Die Erholung läuft weiter

Die Fläche allein sagt wenig über die Schwere aus: Das diesjährige Loch ist flacher als die großen Ereignisse früherer Jahrzehnte, insgesamt fehlt also weniger Ozon. Der Gehalt ozonabbauender Substanzen in der Stratosphäre ist seit dem Höhepunkt um das Jahr 2000 um etwa ein Drittel gesunken, eine Folge des Montrealer Protokolls. Erhöhte UV-Werte drohen im Südfrühling vor allem Neuseeland, Südaustralien und dem Süden Südamerikas, nicht Mitteleuropa. Bei uns zieht am Donnerstag die Kaltfront eines Atlantiktiefs durch und bringt von Baden bis Niedersachsen 20 bis 35 Liter pro Quadratmeter mit einzelnen Gewittern.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei wetter.net.

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