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Taifun Champi legt Taiwan lahm: über 600 Flüge gestrichen

23. Oktober 2026·08:02 Uhr
Zuletzt aktualisiert:
2 Min. Lesezeit
TaifunWetter weltweit
Taifun Champi legt Taiwan lahm: über 600 Flüge gestrichen

Vor wenigen Tagen war er noch der stärkste Wirbelsturm des Jahres, jetzt hat Taifun Champi Taiwan erreicht. Die Insel steht am Freitag weitgehend still: Börse, Schulen und Behörden bleiben geschlossen, Hunderte Flüge fallen aus. Das Auge zieht zwar wohl knapp an der Küste vorbei. Das riesige Wind- und Regenfeld trifft aber trotzdem fast die gesamte Insel, und das womöglich zwei Tage lang.

Böen über 150 km/h und fast ein Meter Regen

Nach Angaben der taiwanischen Wetterbehörde CWA lag das Zentrum am Freitag rund 320 Kilometer östlich der Südspitze Taiwans. Champi hat sich abgeschwächt, nahe dem Kern treten aber noch Böen um 191 km/h auf. Weil das Windfeld einen Radius von etwa 320 Kilometern hat, reicht es über den Großteil der Insel. Küstenorte erhielten Handy-Alarme wegen Böen von mehr als 150 km/h. Am gefährlichsten ist der Regen: In den Bergen im Norden, auch rund um Taipeh, könnte fast ein Meter Niederschlag zusammenkommen. Damit drohen Erdrutsche und Sturzfluten.

Ein Toter, 94 Verletzte und ein Land im Stillstand

Nach Regierungsangaben kam bereits ein Mensch ums Leben, 94 wurden verletzt. Knapp 1.300 Menschen wurden aus Bergregionen in Sicherheit gebracht. Das Verkehrsministerium strich alle 262 Inlandsflüge und Hunderte internationale Verbindungen, insgesamt mehr als 600 Flüge. Nur auf den Kinmen-Inseln vor der chinesischen Küste öffneten Schulen und Ämter regulär. In Yilan stehen Amphibienfahrzeuge und Rettungsboote bereit. CWA-Meteorologe Liu Pei-teng warnt, ein Landfall sei nicht ausgeschlossen, falls der Sturm stockt, eine Schleife zieht oder hin und her pendelt. Bei langsamerem Zug würde der Wind Taiwan zudem länger treffen.

Okinawa als Nächstes, in Deutschland wütet Luise

Danach zieht Champi über Yonaguni, Japans westlichste bewohnte Insel, und dreht nach Norden ins Ostchinesische Meer ab. Die japanische Wetterbehörde JMA erwartet auf den Sakishima-Inseln bis zu 200 Liter pro Quadratmeter binnen 24 Stunden. In der Präfektur Okinawa wurden bereits mehr als 100 Flüge gestrichen. Bis Montag soll sich Champi zu einem außertropischen Tief über Westjapan umwandeln. Auch bei uns ist es stürmisch: Sturmtief Luise bringt am Freitagabend im Westen Sturmböen. Der DWD warnt vom Rheinland bis zum Emsland vor schweren Sturmböen bis 100 km/h, auf den Bergen sind orkanartige Böen möglich. Nach einer kurzen Pause am Samstag frischt der Wind am Sonntag an den Küsten erneut stürmisch auf.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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