
Endlich hat es geregnet. Tief Felicia hat in der Nacht im Westen bis zu 40 Liter pro Quadratmeter gebracht und die Temperaturen binnen eines Tages um fast zehn Grad gedrückt. Am Freitag folgt Tief Gabriela mit Sturmböen an der Nordsee und auf den Bergen. Danach dreht das Wetter erneut: Ab Dienstag wird es ruhig und für Mitte Oktober ausgesprochen mild.
Felicia bringt Regen, Gabriela den Sturm
Zwischen Eifel und Teutoburger Wald fielen in der Nacht zum Donnerstag binnen zwölf Stunden gebietsweise 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter, an der DWD-Station Essen-Bredeney sogar 40 Liter. Am Alpenrand regnet es bis in die Nacht zum Freitag weiter, 30 bis 50 Liter sind dort möglich. Oberhalb von etwa 1800 Metern fällt der erste Schnee der Saison. Am Freitag zieht Tief Gabriela heran: An der Nordsee gibt es stürmische Böen, auf den Gipfeln der Mittelgebirge Sturmböen, und auf dem Brocken sind schwere Sturm- bis orkanartige Böen zu erwarten. Bis Sonntag folgen an den Küsten immer wieder Schauer und kurze Gewitter, örtlich mit mehrstündigem Starkregen.
Ab Dienstag ruhig, neblig und mild
Am Montag lässt der Wind nach, und ab Dienstag setzt sich ruhiges Herbstwetter durch. Haben sich die Nebelfelder aufgelöst, scheint vielerorts die Sonne bei 13 bis 19 Grad, im Westen und Südwesten werden punktuell 20 Grad erreicht. Am Mittwoch und Donnerstag sind 15 bis 21 Grad möglich, am mildesten ist es am Rhein und an seinen Nebenflüssen. Der Haken: Wo sich der Nebel zäh hält, bleibt es bei trübem Grau und nur rund 13 Grad. In klaren Nächten kühlt es auf 9 bis 2 Grad ab, im Süden und Osten gibt es stellenweise leichten Bodenfrost. Ein goldener Oktober also, allerdings mit Nebelrisiko.
Kein Kälteeinbruch, aber auch kein Ende der Dürre
Noch vor wenigen Tagen zeigten etliche Modellläufe für Mitte Oktober einen Vorstoß polarer Kaltluft mit Schnee bis ins höhere Bergland. Diese Variante ist inzwischen vom Tisch. Für die neue Woche erwartet auch der DWD in seiner 10-Tage-Vorhersage mildes bis sehr mildes Wetter. Der Regen fällt allerdings vor allem im Norden und Westen, der Süden bleibt weitgehend trocken. Dort fehlen nach DWD-Angaben seit dem Frühjahr gebietsweise 200 bis 500 Liter pro Quadratmeter. Der Rheinpegel Kaub stand am späten Mittwochabend bei minus 2 Zentimetern. Erst ab dem 16. Oktober deutet sich wieder unbeständigeres und etwas kühleres Wetter mit Regen an. Wie ergiebig dieser Regen ausfällt, ist noch offen.
Dominik Jung
Diplom-Meteorologe
Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.



