Zum Inhalt springen

Unwetter in Griechenland: Piräus stoppt Fähren, Schulen zu

14. Oktober 2026·08:03 Uhr
Zuletzt aktualisiert:
2 Min. Lesezeit
Wetter weltweitStarkregen
Unwetter in Griechenland: Piräus stoppt Fähren, Schulen zu

Sturzbäche in Athen, eine eingestürzte Brücke auf Euböa, weggespülte Autos auf Skiathos: Ein kräftiges Unwetter hat Griechenland seit Dienstag fest im Griff. Der Zivilschutz hat für sieben Gebietsgruppen den Roten Code ausgerufen, in Piräus und Lavrio durften am Mittwochvormittag keine Schiffe auslaufen. Am Mittwoch steht noch einmal ein harter Tag bevor, erst am Donnerstag lässt das Unwetter nach.

Wolkenbrüche über Athen und Piräus

Am Dienstagabend gingen über dem Großraum Athen heftige Gewitterregen nieder. In Perama westlich von Piräus kamen nach Messungen von meteo.gr bis zum Abend 85 Liter pro Quadratmeter zusammen, in Mandra und auf Salamina jeweils über 60 Liter. Das Nationale Observatorium Athen registrierte zeitweise extreme Intensitäten, die auf eine Stunde hochgerechnet in Kanza 185,8 und in Paleo Faliro 106,6 Millimeter ergaben. Straßen in Piräus, im Zentrum und in den Vororten standen unter Wasser, die Feuerwehr rückte in Attika zu 38 Einsätzen aus. Verletzte oder Tote wurden bislang nicht gemeldet.

Euböa und Sporaden besonders hart getroffen

Der griechische Wetterdienst EMY hat für Euböa bis in den Mittwochnachmittag die höchste Warnstufe Rot ausgegeben. Bei Kyparissi im Norden der Insel stürzte eine kleinere Brücke ein, im Ort Politika liefen Häuser voll, die Straße zwischen Psachna und Prokopi ist gesperrt. Auf Skiathos rissen die Wassermassen zwei Autos mit, etwa die Hälfte der Insel und die Hälfte von Skopelos waren ohne Strom. Bürgermeister Theodoros Tzoumas will den Notstand beantragen. In weiten Teilen Euböas, auf den Sporaden sowie auf den Kykladen und dem Dodekanes bleiben die Schulen am Mittwoch geschlossen.

Sturm über der Ägäis, Ruhe in Deutschland

Hinter dem Unwetter steckt ein Tief über der östlichen Ägäis, das an seiner Westflanke kräftigen Nordostwind über das nach dem Rekordsommer noch sehr warme Meer schickt. Die feuchte Luft staut sich an den Küsten und Bergen und entlädt sich in Gewittern. Über der nördlichen und mittleren Ägäis weht es am Mittwoch mit Stärke 8 bis 9, zeitweise 10 Beaufort, Böen um 100 km/h sind möglich. Erst am Donnerstag lässt der Regen nach. In Deutschland dagegen sorgt Hochdruck für ruhiges Herbstwetter: Nach Nebel scheint bei 13 bis 22 Grad oft die Sonne, in klaren Nächten ist leichter Bodenfrost möglich. Am Samstag bringt eine Front Regen vor allem in den Süden und Südwesten, am Sonntag sind nur noch 8 bis 14 Grad drin.

Passend dazu aus unserem Wetterlexikon: Starkregen

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

Alle Artikel von Dominik Jung

So arbeiten unsere Meteorologen

Teilen

Wussten Sie schon?

Unsere Meteorologen analysieren täglich über 100 Wettermodelle, um Ihnen die präziseste Vorhersage zu liefern.

Zur Wetterkarte
Unwetter in Griechenland: Piräus stoppt Fähren, Schulen zu