
Mexikos Pazifikküste erlebt ein seltenes Doppel: Im Süden steuert Hurrikan Simon als Sturm der Kategorie 4 auf den Badeort Puerto Vallarta zu, im Norden erreichen die Reste von Rachel Baja California und den Süden Kaliforniens. Es drohen meterhohe Wellen, Sturzfluten und Erdrutsche. Für San Diego gilt eine Tropensturm-Warnstufe, wie es sie erst einmal gab.
Simon: Kategorie 4 kriecht auf Jalisco zu
Das National Hurricane Center (NHC) in Miami meldete am Samstag Dauerwinde von rund 240 km/h und einen Kerndruck von 938 hPa. Der mexikanische Wetterdienst SMN gab am Abend 250 km/h mit Böen bis 305 km/h an. Simon zieht nur mit etwa 7 km/h nordwärts, der Landfall an der Küste von Jalisco wird für Sonntag erwartet, je nach Prognose zwischen La Huerta und Cabo Corrientes. Für 28 Gemeinden in Jalisco und Colima gilt die höchste Alarmstufe Rot, darunter Puerto Vallarta und Manzanillo. Der SMN erwartet 6 bis 8 Meter hohe Wellen, 1 bis 2 Meter Sturmflut und 150 bis über 250 Liter Regen pro Quadratmeter. Das NHC hält in Teilen von Michoacán, Colima und Jalisco sogar bis 750 Liter für möglich.
Rachel bringt Tropensturm-Alarm nach Kalifornien
Rachel wurde am Samstag als post-tropischer Sturm eingestuft. In der Nacht lag das Zentrum mit 987 hPa rund 130 Kilometer südsüdöstlich von San Diego. In Tijuana brachten die Behörden über 100 Menschen aus dem Kanal des Tijuana River in Sicherheit, der Hafen von Ensenada wurde geschlossen. Für San Diego County ist es nach Hilary 2023 erst die zweite Tropensturm-Watch überhaupt. Schon am Freitag lief die Flut in Newport Beach rund 50 Zentimeter höher auf als vorhergesagt, die Stadt rief den Notstand aus. Das NHC rechnet im Südwesten der USA mit 25 bis 76 Litern Regen, örtlich mit über 120 Litern. Sturzfluten sind bis nach Las Vegas möglich.
Warmer Ostpazifik, ruhiges Herbstwetter bei uns
Dass gleich zwei Stürme Mexiko treffen, passt zu dieser Saison: Der starke El Niño heizt den östlichen Pazifik auf und bremst den Atlantik. Dort entstand mit Isaias erst in der vergangenen Woche der erste Hurrikan. In Deutschland bleibt es nach dem windigen Wochenende deutlich ruhiger. Ab Dienstag erwarten wir unter Hochdruckeinfluss 14 bis 22 Grad, am Donnerstag vereinzelt bis 24 Grad. In Tälern und Niederungen hält sich teils dichter Nebel, an Nord- und Ostsee sind stürmische Böen möglich. Ab Samstag wird es kühler, im Trend sind es nur noch 9 bis 15 Grad und vereinzelt Nachtfrost.
Johannes Graf
B. Sc. Meteorologie
Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei wetter.net.



