
Pünktlich zum astronomischen Herbstbeginn hat es in bayerischen Senken leichten Frost gegeben, örtlich um minus ein Grad. Nur vier Tage später stehen im Südwesten bis zu 28 Grad auf dem Programm. Zwischen Frostmulde und Oberrhein liegen dann rund 30 Grad Unterschied – Regen bringt der Umschwung allerdings nicht.
Erst Frost, dann Sturm, dann Sonne
In der klaren Nacht zum Mittwoch kühlte es in windgeschützten Senken und Tälern Bayerns bis auf etwa minus ein Grad ab, dazu bildete sich stellenweise dichter Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. Am Donnerstag übernimmt kurz der Wind: An der Nordsee frischt er mit Böen von 65 bis 85 Kilometern pro Stunde auf, direkt an der Küste sind vereinzelt 95 möglich, im Nordosten bleibt es bei 14 bis 20 Grad. Ab Freitag setzt sich dann ein kräftiges Hoch durch. Wir erwarten am Samstag 20 bis 25 Grad, am Oberrhein 27, am Sonntag im Südwesten bis 28 Grad.
Der September jagt weiter den Rekord
Die erste Monatshälfte lag nach vorläufigen Auswertungen bei gut 17 Grad im Flächenmittel und damit rund vier Grad über dem Mittel 1961 bis 1990 von 13,3 Grad. Der wärmste September der Messreihe seit 1881 stammt bislang aus dem Jahr 2023 mit 17,2 Grad (DWD). Die kühlere, windige Phase der vergangenen Tage hat den Monatsschnitt gedrückt, das warme Finale mit 20 bis 28 Grad bis in die kommende Woche hinein hält das Rennen aber offen. Ob es am Ende für den Spitzenplatz reicht, entscheidet sich erst in den letzten Septembertagen.
Kein Landregen für die ausgedörrten Böden
Für die Natur ist die milde Hochdruckphase keine gute Nachricht. Bis in den Oktober hinein bleibt es überwiegend trocken, nachts kühlt es auf 13 bis 8 Grad ab, es gibt Tau und Nebel, aber keinen flächendeckenden Landregen. Die Bilanz des Sommers wirkt nach: Der Deutsche Wetterdienst verbuchte 19,6 Grad im Flächenmittel und nur 171 Liter pro Quadratmeter, rund 72 Prozent des Solls. Am Pegel Konstanz standen am Dienstag 2,58 Meter – etwa 85 Zentimeter weniger als vor einem Jahr und gut einen Meter unter dem Mittel für diesen Tag.
Dominik Jung
Diplom-Meteorologe
Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.





