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Ring um die Sonne über Deutschland: Regen ab Donnerstag

28. September 2026·18:04 Uhr
2 Min. Lesezeit
WetterwissenWetterlage
Ring um die Sonne über Deutschland: Regen ab Donnerstag

Wer in diesen spätsommerlich warmen Tagen nach oben schaut, entdeckt womöglich einen leuchtenden Ring rund um die Sonne. Solche Halos sind kein Zufall: Sie entstehen an Eiskristallen in hohen Schleierwolken - und die ziehen meist genau dann auf, wenn sich das Wetter umstellt. Nach Wochen mit Hochdruck und Trockenheit ist das ein Signal, das sich lohnt zu lesen.

Lichtspiel an Eiskristallen in zwölf Kilometern Höhe

Halos entstehen, wenn Sonnen- oder Mondlicht an schwebenden Eiskristallen gebrochen und gespiegelt wird. Der Deutsche Wetterdienst fasst unter dem Begriff eine ganze Gruppe optischer Erscheinungen aus Ringen, Bögen, Flecken und Säulen zusammen. Die Kristalle stecken in Cirruswolken, die in acht bis zwölf Kilometern Höhe schweben, wo ganzjährig strenger Frost herrscht. Am auffälligsten ist der 22-Grad-Ring, dazu kommen Nebensonnen: helle, leicht regenbogenfarbene Flecken links und rechts der Sonne. Genau solche Nebensonnen waren am Abend des 23. September im Raum Stuttgart zu sehen.

Warum der Ring ein Vorbote ist

Schleierwolken sind selten allein unterwegs. Sie laufen einem Tiefdruckgebiet meist 24 bis 48 Stunden voraus, weil feuchte Luft in der Höhe vorangeschickt wird, lange bevor die Front am Boden ankommt. Genau das passiert gerade: Über dem Nordatlantik vertieft sich ein Orkantief bis Mittwoch auf einen Kerndruck nahe 950 Hektopascal und schiebt hohe Bewölkung nach Mitteleuropa. Bei uns bleibt es am Dienstag und Mittwoch noch sonnig und ungewöhnlich warm bei 23 bis 30 Grad, im Westen wird der Himmel aber milchig. Ab Donnerstag greift Regen über, in der Westhälfte mit einzelnen Gewittern sowie Stark- oder Dauerregen.

Häufiger am Himmel, als viele denken

Halos sind kein exotisches Ereignis. Der Arbeitskreis Meteore zählt über 50 bekannte Halo-Arten, geübte Beobachter registrieren sie in Mitteleuropa an mehr als 100 Tagen im Jahr. Wer nur gelegentlich nach oben schaut, bemerkt die auffälligen Erscheinungen an zehn bis zwanzig Tagen. Allein der 22-Grad-Ring macht dabei rund 40 Prozent aller Beobachtungen aus, Nebensonnen etwa 30 Prozent. Die alte Regel vom Ring als Regenboten trifft also oft zu, aber nicht immer - manchmal ziehen die Cirren einfach weiter. Beim Betrachten und Fotografieren gilt: die Sonne mit der Hand abdecken und nie direkt hineinblicken.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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