Sonnenrekord in Deutschland wackelt: Hochnebel bremst Endspurt

03. November 2026·15:03 Uhr
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Sonnenrekord in Deutschland wackelt: Hochnebel bremst Endspurt

2026 ist auf dem besten Weg, als eines der sonnigsten Jahre seit Beginn der Messungen in die Statistik einzugehen. Ob es aber für den Rekord von 2022 reicht, entscheidet sich ausgerechnet in den dunkelsten Wochen des Jahres. Rund 119 Sonnenstunden fehlen noch, und genau jetzt legt sich zäher Hochnebel über weite Teile Deutschlands.

Acht sonnige Monate in Folge

Nach den vorläufigen Zahlen des Deutschen Wetterdienstes kam Deutschland bis Ende September auf 1783 Sonnenstunden. Das Rekordjahr 2022 hatte zum gleichen Zeitpunkt 1769 Stunden auf dem Konto. Der Oktober steuerte laut DWD-Monatsbilanz rund 122 Stunden bei, deutlich mehr als das Mittel von 108 Stunden (1991–2020). Damit war er der achte Monat in Folge mit überdurchschnittlich viel Sonne. In der Summe stehen nun etwa 1905 Stunden zu Buche, das Jahresmittel von 1665 Stunden ist längst übertroffen.

Warum es jetzt eng wird

Der Rekord liegt nach DWD-Angaben bei 2024 Stunden aus dem Jahr 2022, dahinter folgen 2018 mit 2015 und 2003 mit 2014 Stunden. Um ganz vorne zu landen, braucht 2026 also noch rund 119 Stunden, für Platz zwei gut 110. Das klingt nach wenig, ist es aber nicht: November und Dezember bringen laut DWD zusammen im Mittel weniger als 100 Sonnenstunden. Die Tage sind kurz, die Sonne steht tief, und Nebel oder Hochnebel halten sich bei ruhigem Wetter oft den ganzen Tag. Beide Monate müssten also klar sonniger als üblich ausfallen.

Hochnebel im Norden, Sonne eher im Süden

Die aktuelle Wetterlage hilft dabei nur bedingt. Bis zum Wochenende bestimmt hoher Luftdruck mit östlicher Strömung das Wetter. Im Norden und Osten liegt häufig zäher Hochnebel, der sich teils gar nicht auflöst. Im Westen und Süden sowie auf den Bergen zeigt sich die Sonne dagegen zeitweise. Am Wochenende kommt etwas Regen und Sprühregen dazu, ab etwa dem 10. November stellt sich wahrscheinlich unbeständiges Westwetter ein. Ein Sonnen-Endspurt ist damit vorerst nicht in Sicht. Verloren ist der Rekord aber noch nicht, denn ein sonniger, frostiger Dezember könnte das Rennen noch drehen.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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