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Starkregen auf Mallorca: Schulen zu, Dutzende Flüge gestrichen

19. Oktober 2026·15:02 Uhr
Zuletzt aktualisiert:
2 Min. Lesezeit
StarkregenWetter weltweit
Starkregen auf Mallorca: Schulen zu, Dutzende Flüge gestrichen

Tief „Adam“ hat Spaniens Mittelmeerküste und die Balearen in den Ausnahmezustand versetzt. In der Nacht zu Montag galt auf Mallorca die höchste Warnstufe, Schulen blieben geschlossen und am Flughafen Palma fielen Dutzende Flüge aus. Auf der Insel fiel das Unwetter am Ende schwächer aus als befürchtet. Auf dem Festland hat Adam aber bereits Todesopfer gefordert.

Rote Warnung in der Nacht, Handy-Alarm auf der Insel

Der spanische Wetterdienst AEMET hatte für den Süden, den Osten und die Inselmitte Mallorcas von Mitternacht bis 6 Uhr Warnstufe Rot ausgerufen. Er warnte vor bis zu 90 Litern Regen pro Quadratmeter in einer Stunde und bis zu 160 Litern in zwölf Stunden. Bereits am Sonntagabend schrillte auf allen Handys der Insel der ES-Alert: Niemand solle sich im Freien oder in Kellern aufhalten. Am Morgen wurde die Warnung auf Orange gesenkt, seit Mittag gilt nur noch Gelb. Am Vormittag regnete es vor allem im Nordosten rund um Cala Ratjada. Laut Flughafenbetreiber Aena wurden Dutzende Verbindungen gestrichen, viele Maschinen landeten verspätet, auch Flüge aus Deutschland. Die Militäreinheit UME hatte vorsorglich Kräfte auf die Inseln verlegt.

Todesopfer in Katalonien, Überflutungen von Ibiza bis Málaga

Schon am Wochenende hatte Adam auf Ibiza und Formentera Straßen, Geschäfte und Wohnhäuser unter Wasser gesetzt, die Zufahrt zum Flughafen Ibiza war zeitweise gesperrt. Auf dem Festland gab es Hunderte Einsätze in Valencia, Katalonien und Andalusien. In Cabrera de Mar nordöstlich von Barcelona riss ein Bach eine Frau mit, Feuerwehrleute fanden sie am Sonntag tot im Meer vor Premià de Mar. Berichten zufolge starb an der Küste bei Sagunto ein weiterer Mensch. In der Region Valencia fielen laut RTVE stellenweise mehr als 200 Liter pro Quadratmeter. Bei Málaga wurden zehn Menschen aus einem überfluteten Tunnel gerettet. Die AEMET nennt Adam das erste bedeutende Tief des Herbstes und Winters 2026/27.

Warmes Mittelmeer als Treibstoff, bei uns ruhiges Herbstwetter

Höhentiefe wie Adam ziehen im Herbst über ein Mittelmeer, das nach dem Sommer noch sehr warm ist. Die feuchte Luft liefert die Energie für stationäre Gewitter mit enormen Regenmengen. Die AEMET führt die Wucht solcher Ereignisse auch auf steigende Wassertemperaturen zurück, Spanien erlebte den heißesten Sommer und September seit Messbeginn. Auf Mallorca kann in der Nacht zum Dienstag noch einmal Regen einsetzen, die Gewitterlage klingt aber ab. In Deutschland bleibt es vorerst ruhig: Ein Hoch über Skandinavien bringt Ostwind, morgendlichen Nebel und örtlich leichten Frost. Am Dienstag folgt Föhn an den Alpen, am Mittwoch Regen im Süden, zum Wochenende wird es stürmisch.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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