
Am Freitag zeigt Mallorca noch einmal 28 Grad und Sonne, doch das dürfte vorerst der letzte Strandtag gewesen sein. Ab Samstag setzt sich über dem westlichen Mittelmeer ein kräftiges Höhentief fest. Spaniens Wetterdienst AEMET rechnet auf den Balearen und an der Mittelmeerküste örtlich mit 150 bis 250 Litern Regen pro Quadratmeter. Mitten in den Herbstferien trifft das viele deutsche Urlauber.
Wo es am heftigsten werden kann
Die AEMET hat bereits am Mittwoch einen Sonderhinweis veröffentlicht. Sie erwartet von Samstag bis mindestens Montag sehr kräftige und lang anhaltende Schauer und Gewitter. Die größten Mengen werden am Sonntag auf Ibiza und Formentera sowie am Cabo de La Nao zwischen Valencia und Alicante erwartet, mit über 150 Litern pro Quadratmeter in zwölf Stunden. Am Montag weitet sich der Schwerpunkt auf Mallorca, Menorca und den Süden Kataloniens aus. In Katalonien hält die Regionalregierung schon am Samstag bis zu 40 Liter in einer halben Stunde für möglich. Sie hat die Gefahr in mehreren Bezirken nördlich von Barcelona als hoch eingestuft. Die Spitzenmengen dürften aber nur örtlich fallen.
Warum der Regen so heftig ausfallen kann
Ein Höhentief, in Spanien DANA genannt, hat sich vom Jetstream abgeschnürt. Es bringt kalte Luft in große Höhe über ein Meer, das nach einem extrem warmen Sommer noch viel Wärme und Feuchtigkeit gespeichert hat. Darüber wird die Luft sehr labil, Gewitterzellen wachsen hoch auf und können stundenlang über demselben Ort hängen. Gerade das macht die Lage tückisch: Wo genau das Tief liegt und wie die Winde am Boden wehen, bestimmt über den Ort der Regenfluten. Die AEMET betont selbst, dass sich die Verteilung noch nicht genau festlegen lässt. Es kann also sein, dass einzelne Inseln glimpflich davonkommen und andere umso stärker getroffen werden.
Was Urlauber jetzt beachten sollten
Der spanische Zivilschutz Protección Civil warnt vor Überflutungen in tief liegenden Gebieten und vor plötzlichen Sturzfluten in Bächen und den sonst trockenen Ramblas. Überflutete Straßen sollte man weder zu Fuß noch mit dem Auto durchqueren. Man sollte Abstand zu Flussbetten halten und nicht in Senken parken. Dazu kommen stürmischer Wind und hoher Seegang, Fähr- und Bootstouren können ausfallen. In Deutschland bringt eine Kaltfront am Wochenende Dauerregen in den Südwesten und eine deutliche Abkühlung. Ab Montag setzt sich bei uns wieder ruhigeres Hochdruckwetter mit Nebel und Sonne durch.
Dominik Jung
Diplom-Meteorologe
Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.



