Sturm Bruna auf den Kanaren: Gran Canaria stoppt Veranstaltungen

08. November 2026·12:03 Uhr
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Sturm Bruna auf den Kanaren: Gran Canaria stoppt Veranstaltungen

Auf den Kanaren herrscht an diesem Sonntag Ausnahmezustand: Sturm „Bruna“ bringt Orkanböen auf den Gipfeln und kräftigen Regen auf alle Inseln. Gran Canaria hat ab Mittag sämtliche Veranstaltungen abgesagt, auf Teneriffa sind Wanderwege gesperrt. Und das ist erst die erste Runde, zur Wochenmitte rollt die nächste Regenwelle heran.

Orkanböen auf Teneriffa und La Palma

Die Kaltfront von „Bruna“ hat die Inseln in der Nacht zum Sonntag von Westen her erreicht. Spaniens Wetterdienst AEMET registrierte am Morgen Böen von 112 km/h in Izaña auf Teneriffa, 106 km/h am Roque de los Muchachos auf La Palma und 103 km/h in Vallehermoso auf La Gomera. Der Regen kam zunächst zögerlich an, bis 8 Uhr fielen in Fuencaliente auf La Palma 8,6 Liter pro Quadratmeter. Für La Palma, Teneriffa, La Gomera, El Hierro und Gran Canaria gilt aber die orange Warnstufe: Bis 100 Liter in zwölf Stunden sind möglich, auf La Palma bis 30 Liter in einer Stunde, dazu Gewitter und Hagel. Auf La Palma rechnet AEMET in den nassesten Lagen insgesamt mit 150 bis 180 Litern, auf Teneriffa mit rund 120 Litern. Auf dem Teide ist sogar Schnee möglich.

Inseln fahren das öffentliche Leben herunter

Die kanarische Regierung hat für Regen, Wind und Küste die Alarmstufe ausgerufen, für Gewitter und Überschwemmungen gilt auf allen acht Inseln Voralarm. Der Inselrat von Gran Canaria hat ab Sonntag 12 Uhr alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen in den 21 Gemeinden ausgesetzt, bis auf Weiteres. Das Zweitligaspiel UD Las Palmas gegen Eldense wurde verschoben, ebenso der Start der Transatlantik-Regatta ARC+. Teneriffa sperrt Wanderwege in Schutzgebieten, darunter die Masca-Schlucht und den Barranco del Infierno. Die Behörden raten, unnötige Fahrten zu vermeiden und trockene Schluchten, Tiefgaragen und Kellerräume zu meiden, weil Sturzfluten drohen.

Zweite Regenwelle am Mittwoch, in Deutschland Nebel

Am Montag und Dienstag gibt es eine kurze Atempause, dafür baut sich an den Nord- und Westküsten Seegang von drei bis vier Metern auf, besonders bei Flut drohen Überflutungen an Promenaden. Ab Dienstagabend und vor allem am Mittwoch folgt nach AEMET die zweite Starkregenphase mit 80 bis 120, örtlich über 150 Litern auf La Palma und Teneriffa und Böen bis 120 km/h in exponierten Lagen. Erst ab Donnerstag beruhigt sich das Wetter allmählich. Urlauber sollten Ausflüge verschieben und die Warnungen vor Ort beachten. In Deutschland bleibt es am Sonntag ruhig mit Nebel und im Osten Frost bis minus 5 Grad, ab Montag kommt Regen von Südwesten.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei Q.met.

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